Neue Leitlinie zur Behandlung der Gichtarthritis

Berlin – Eine neue S2e-Leitlinie „Gichtarthritis“ hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vorgelegt. „Untersuchungen zufolge erfolgt die Versorgung der Betroffenen häufig nicht konsequent genug, um Schäden an Gelenken und inneren Organen zu vermeiden. Die Leitlinie soll dazu beitragen, diese Versorgungslücken zu schließen“, hieß es aus der Fachgesellschaft.
Die Gicht ist die häufigste Form der Gelenkentzündung in Deutschland. Rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung oder 950.000 Menschen in Deutschland leiden daran.
Ursache für eine Gicht ist meistens ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blutserum, welcher durch unzureichende Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren bei erhöhter Purinzufuhr über die Nahrung bedingt ist. Seltener ist eine endogene Überproduktion von Harnsäure die Ursache.
Purine werden über die Nahrung vor allem mit Alkohol und gesüßten Softgetränken, Fleisch und Meeresfrüchten aufgenommen. Der akute Gichtanfall wird durch im Gelenk abgelagerte Harnsäurekristalle verursacht, auf die das Immunsystem mit einer Entzündung reagiert. „Grundsätzlich ist die Gicht aber als Systemerkrankung zu betrachten, da sich die Harnsäurekristalle nicht nur in den Gelenken, sondern auch in inneren Organen ablagern können“, erläuterte Uta Kiltz vom Rheumazentrum Ruhrgebiet, die die Leitlinie für die DGRh koordiniert hat.
Entscheidend für die Therapie ist, die Harnsäure konsequent und dauerhaft zu senken. Die Erkrankung ist laut Leitlinienautoren gut mit Medikamenten und entsprechender Diät zu behandeln.
Die neue Leitlinie richtet sich an Ärzte sowie Angehörige nichtärztlicher Berufsgruppen, die an der Versorgung von Gichtpatienten beteiligt sind. Die Leitlinie kann darüber hinaus zur Orientierung für an Gicht erkrankte Patienten und deren Angehörigen dienen.
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