Ärzteschaft

Neue Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von Kryptokokken­infektionen

  • Donnerstag, 15. Februar 2024
/toeytoey, stock.adobe.com
/toeytoey, stock.adobe.com

Köln – Eine Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von Kryptokokkosen hat eine internationale Arbeitsgruppe um den Kölner Mykologen Oliver Cornely vorgestellt. Sie ist im Fachmagazin The Lancet Infectious Diseases erschienen (2024, DOI: 10.1016/S1473-3099(23)00731-4).

Die Kryptokokkose ist eine der weltweit verbreitetsten invasiven Pilzinfektionen und insbesondere für immun­geschwächte Patienten eine große Bedrohung.

Jährlich werden weltweit allein bei Menschen mit einer HIV-Infektion rund eine Million Fälle von Kryptokokken­meningoenzephalitis diagnostiziert. Mehr als 600.000 Personen sterben pro Jahr an der Erkrankung. Auch für Patienten nach einer Knochenmarktransplantation oder einer Organtransplantation besteht ein hohes Risiko für eine Infektion.

„Invasive Pilzinfektionen sind im Klinikalltag häufig schwer zu erkennen, weil sie so selten vorkommen. Vor allem für Risikopatienten ist es aber wichtig, dass sie schnell und gezielt behandelt werden“, sagte Cornely von der Klinik I für Innere Medizin an der Uniklinik Köln und Leiter des Instituts für Translationale Forschung im CECAD Exzellenzcluster der Universität zu Köln.

Träger der Leitlinienarbeit waren die European Confederation of Medical Mycology (ECMM) und internationale mykologische Fachgesellschaften – weitere 70 internationale Fachgesellschaften haben sich beteiligt, um Diag­nose, Management und Nachsorge von Kryptokokkosen zu verbessern.

Seit 2017 befindet sich an der Uniklinik Köln eines der von der ECMM ausgezeichneten Europäischen Exzellenzzentren. Patienten haben vor Ort Zugang zu modernen Testverfahren und Therapieoptionen.

„Es gibt viele Länder mit einer Häufung von Fällen, die in dieser Hinsicht nur schlecht ausgestattet sind. Im Rahmen unseres Global Guideline Programms möchten wir dazu beitragen, diese Situation zu verbessern“, erläuterte der Kölner Experte.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung