Neue S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Alopecia areata

Berlin – Eine neue S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Alopecia areata bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“ hat eine Arbeitsgruppe um Ulrike Blume-Peytavi und Doris Wilborn von der Charité Universitätsmedizin Berlin entwickelt.
Sie richtet sich an Kinder- und Jugendärzte, Dermatologen und Psychosomatiker sowie an Patienten und soll sie in der individuellen informierten Entscheidungsfindung unterstützen. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss hat die Arbeit an der Leitlinie gefördert.
„Die Alopecia areata tritt häufig bereits im Kindes- und Jugendalter auf und kann akut oder auch chronisch rezidivierend bis hin zum komplettem Verlust der Kopf-, Gesichts- und Körperhaare führen“, berichtet das Projekteam.
Der sichtbare Haarverlust führe neben kosmetischen und funktionellen Einschränkungen oftmals „zu einer nicht zu unterschätzenden enormen emotionalen und psychosozialen Belastung. Es kommt häufig zu einer sozialen Stigmatisierung, Mobbing, bis hin zu sozialem Rückzug und nachhaltiger Einschränkung der Lebensqualität“, so die Arbeitsgruppe.
Insbesondere seien Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer familiären und Berufsfindungsphase häufig nachhaltig beeinträchtigt. Evidenzbasierte diagnostische und therapeutische Empfehlungen für die verschiedenen Formen der Alopecia areata fehlten bislang, seien aber speziell für diese Altersgruppe mit besonderen Bedürfnissen dringend erforderlich.
Die Leitlinie enthält 80 Empfehlungen und sechs Statements. Sie betreffen neben der Diagnostik und der topischen und systemischen Therapie spezielle Angebote zur psychologischen Unterstützung und kosmetische Angebote.
Die Leitlinie enthält auch ein Kapitel zu Wirkstoffen, die sich bei der Behandlung der Alopecia areata als wirkungslos herausgestellt haben. Die Leitliniengruppe nennt hier unter anderem die Wirkstoffe Dapson, Etanercept und Alefacept. Auch zu Verfahren wie Microneedling, Kryotherapie, intraläsionale Vitamin-D-Injektion, Aromatherapie und anderen fehlen laut dem Leitlinienteam ausreichende Belege für eine Wirksamkeit.
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