Ärzteschaft

Neue S3-Leitlinie zur unilateralen spastischen Zerebralparese vorgelegt

  • Dienstag, 26. Mai 2026
/Maria Sbytova, stock.adobe.com
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Berlin/München – Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) hat zusammen mit zahlreichen Gesellschaften und Organisationen eine neue S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der unilateralen spastischen Zerebralparese vorgestellt.

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat die Arbeit an der Leitlinie gefördert. Sie soll auf dem Portal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erscheinen, ist aber bereits jetzt über den Ergebnisbericht des Innovationsausschuss-Projektes verfügbar.

Aufgrund von Schädigungen des Gehirns während der Schwangerschaft oder der Geburt leidet eines von 2.000 Neugeborenen in Deutschland an einer unilateralen spastischen Zerebralparese (USCP). Die damit verbundenen halbseitigen spastischen Lähmungserscheinungen und gegebenenfalls auch kognitiven Beeinträchtigungen sind unterschiedlich stark ausgeprägt.

Die Leitliniengruppe hat auf der Basis der bekannten Evidenz 130 Empfehlungen in den drei Bereichen Diagnostik, konservative und operative Therapie zusammengestellt. „Bei Neugeborenen mit Krampfanfällen, hypoxisch-ischämischer oder neonataler Enzephalopathie oder auffälliger cerebralen Ultraschallbefunde soll eine cerebrale MRT-Untersuchung zur Klärung der Ätiologie erfolgen“, heißt es dort.

Eine genetische Diagnostik sollte bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit USCP zur Klärung der Ätiologie in folgenden Situationen durchgeführt werden: zerebrale Fehlbildungen in der MRT-Untersuchung, unauffällige cerebrale MRT-Untersuchung, unspezifische cerebrale MRT-Befunde, die die motorische Störung nicht erklären, fortschreitende motorische Störung, schwere Entwicklungsstörung/geistige Behinderung und/oder positive Familienanamnese.

Die Leitlinie biete Behandlern, beteiligten Berufsgruppen und Patienten eine umfassende und methodisch fundierte Orientierung und stellt damit eine wichtige Grundlage für die klinische Entscheidungsfindung dar, hieß es aus der Leitliniengruppe.

Die Arbeit zeige aber auch, dass in mehreren Bereichen der Diagnostik und der konservativen und operativen Therapie weiterhin relevante Evidenzlücken bestehen. „Dies verdeutlicht die Wichtigkeit zukünftiger Forschung“, betont die Leitliniengruppe.

hil

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