Neuer Subtyp von Mpox verbreitet sich außerhalb Afrikas

Genf – Zwischen Januar und September 2025 wurden weltweit mehr als 44.000 Mpox-Fälle und 180 Todesfälle registriert. Im September meldeten 42 Länder zusammen 3.135 Infektionen, davon über 80 Prozent in der afrikanischen Region.
Das geht aus dem 59. Lagebericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum länderübergreifenden Mpox-Ausbruch hervor. Dafür wertete die WHO Überwachungsdaten bis zum 30. September 2025 aus.
In Afrika registrierten 27 Länder von Januar bis Mitte Oktober 2025 insgesamt 39.799 bestätigte Mpox-Fälle mit 178 Todesfällen. Besonders betroffen sind die Demokratische Republik Kongo, Liberia, Kenia und Ghana. Während die Fallzahlen im Kongo sinken, nehmen sie in Liberia und Kenia weiter zu. Liberia meldete seit Jahresbeginn 1.095 bestätigte Fälle, Kenia 708 Fälle.
Seit dem globalen Ausbruch 2022 wird das Virus in mehrere genetische Linien unterteilt, sogenannte Clades. Während Clade IIb bisher in Europa und Amerika dominierte, wird laut dem Report nun Clade Ib zunehmend außerhalb Afrikas nachgewiesen. Neue importierte Clade Ib-Infektionen wurden in Belgien, Kanada, Deutschland, Italien, Katar und Spanien gemeldet.
Fälle ohne Reisebezug erfasste die WHO in Italien, Malaysia, den Niederlanden, Portugal, Spanien und den USA. Sie deuten laut der WHO auf lokale Übertragungen hin.
Seit der letzten WHO-Mpox-Bericht wurden mindestens fünf Clade Ib-Fälle bei Männern festgestellt, die Sex mit Männern haben. Diese Nachweise gelten laut WHO als „erste Evidenz einer zuvor unentdeckten Zirkulation dieses Virusstammes in dieser Risikogruppe“. Die WHO bewertet das Risiko derzeit als moderat für Männer, die Sex mit Männern haben, und als niedrig für die allgemeine Bevölkerung außerhalb endemischer Regionen.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veröffentlichte am 24. Oktober eine Gefahrenbewertung zur autochthonen Übertragung von Mpox der Clade Ib unter Männern, die Sex mit Männern haben.
„Die jüngsten Meldungen deuten auf ein verändertes Übertragungsmuster hin, da in der Europäischen Union (EU)/ im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erstmals lokale Transmissionsketten beobachtet werden“, heißt es in einem Wochenbericht, den das Auswärtige Amt, das Friedrich-Loeffler-Institut und das Robert-Koch-Institut herausgeben, mit Bezug auf die ECDC-Einschätzung.
Die Fälle legten nahe, dass eine Übertragung innerhalb sexueller Netzwerke von Männern, die Sex mit Männern haben, in mehreren EU-/EWR-Staaten stattfinden würde. Wie auch die WHO schätzt das ECDC das Gesamtrisiko einer Mpox-Infektion der Clade Ib für Männer, die Sex mit Männern haben, als moderat und für die allgemeine Bevölkerung als gering ein.
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