Neuer Vorstoß für Gesetz zur Suizidbeihilfe in Großbritannien

London – In Großbritannien gibt es einen neuen Anlauf zur Legalisierung der Suizidbeihilfe. Die Labour-Abgeordnete Lauren Edwards will einen bereits in der vergangenen Legislaturperiode gescheiterten Gesetzentwurf heute erneut unverändert ins Parlament einbringen.
Ab September soll das Unterhaus darüber beraten. Medienberichten zufolge könnte dabei auch der sogenannte „Parliament Act“ genutzt werden, um einen Widerstand des Oberhauses zu umgehen.
Das Unterhaus hatte bereits im Juni 2025 mehrheitlich für eine Regelung gestimmt, die unheilbar kranken Erwachsenen in England und Wales mit einer Lebenserwartung von weniger als sechs Monaten unter strengen Voraussetzungen Zugang zu Mitteln zur Selbsttötung ermöglichen soll.
Im Oberhaus stieß das Vorhaben jedoch auf erheblichen Widerstand. Mehr als 1.200 Änderungsanträge wurden eingebracht. Befürworter warfen den Kritikern Verzögerungstaktik vor, Gegner verwiesen auf ungelöste ethische und rechtliche Fragen.
Scharfe Kritik kommt weiterhin von den Kirchen. Der „Lebensschutzbischof“ der katholischen Bischofskonferenz, John Sherrington, bezeichnete die erneute Vorlage des Gesetzes als „zutiefst enttäuschend“. Die katholische Kirche lehne das Vorhaben grundsätzlich ab. Unterstützt werde diese Haltung unter anderem von Ärzte- und Psychiaterverbänden sowie Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen.
Labour-Abgeordnete Edwards verteidigte das Verfahren. Das Oberhaus habe die Aufgabe, Gesetze zu prüfen und zu überarbeiten, könne sie aber letztlich nicht dauerhaft blockieren. Den Betroffenen sei man eine endgültige Entscheidung in der Frage schuldig, sagte die Abgeordnete.
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