Neues interdisziplinäres Fazialiszentrum am Universitätsklinikum Freiburg

Freiburg – Ein neues Zentrum am Universitätsklinikum Freiburg bündelt die fachübergreifende Expertise zu Gesichtsnervlähmungen. Diagnostik, Therapieplanung sowie operative und nicht-operative Behandlungen werden gemeinsam koordiniert und in spezialisierten Fallkonferenzen abgestimmt.
Während sich der Gesichtsnerv bei den meisten Betroffenen innerhalb von Monaten wieder erholt, bleibt bei einem kleinen Teil eine vollständige Lähmung bestehen. „In diesen Fällen können wir den Betroffenen mit einer Operation helfen, und so Mimik oder Augenlidschluss wiederherstellen“, sagte Jakob Weiß, Sprecher des Fazialiszentrums und Oberarzt in der Klinik für Plastische und Handchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg.
Im neuen Zentrum arbeiten Fachleute aus der Plastischen Chirurgie, Neurologie, Augenheilkunde, Neurochirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zusammen.
Das Behandlungsspektrum reicht von Physiotherapie über minimalinvasive Verfahren bis hin zu mikrochirurgischen Eingriffen – mit dem Ziel, Funktionen wie Gesichtsmimik und sicheren Lidschluss bestmöglich wiederherzustellen. Zugleich soll in dem Zentrum die Forschung auf dem Gebiet der Fazialisrekonstruktion und Fazialisparese ausgebaut werden.
Bei einer Fazialisparese ist der Gesichtsnerv geschädigt, der unter anderem für die Bewegung der Gesichtsmuskulatur zuständig ist. Betroffene können häufig nicht mehr lächeln, die Stirn runzeln oder das Auge vollständig schließen.
Mögliche Ursachen sind Entzündungen des Nervs, etwa infolge von Virusinfektionen, aber auch Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder neurologische Erkrankungen. In vielen Fällen tritt die Lähmung plötzlich auf, oft über Nacht.
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