Ärzteschaft

Notfallversorgung: KV Hessen hält Pläne für machbar, aber teuer

  • Montag, 11. November 2019
/dpa
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Frankfurt am Main – Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hält die Pläne der Bundesregierung zu einer Neuordnung der Notfallversorgung für umsetzbar. Sie sieht aber zugleich die Krankenkassen bei der Finanzierung in der Pflicht.

Die geplante Reform sei machbar, aber deutlich teurer als die derzeitige Versorgung, sag­te Frank Dastych, Vorstand der KV Hessen. Die Krankenkassen müssten sich „ihrer Ver­ant­wortung stellen und die dadurch entstehenden Mehraufwände finanzieren“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Rettungsstellen der Kliniken mit einer grundlegenden Reform der Notfallversorgung entlasten. Wer direkt ins Krankenhaus geht, soll demnach im integrierten Notfallzentrum (INZ) Hilfe bekommen. Diese Zentren sollen eine Notfallversorgung vornehmen und den Weg in eine stationäre Aufnahme oder ambulante Versorgung ebnen.

Wie die KV heute erläuterte, sind diese INZ an sechs hessischen Kliniken geplant – und zwar in Kassel, Fulda, Giessen, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Ergänzend soll es in 15 Kliniken gemeinsame Tresen geben, wo Notfallambulanz und Bereitschaftsdienst­zent­rale die Patientensteuerung optimieren.

Ein Modellversuch zu einem solchen gemeinsamen Tresen laufe derzeit erfolgreich am Frankfurter Klinikum Höchst, hieß es. Dort werden die Patienten entweder in die Klinik oder in eine angegliederte Praxis weitergeleitet.

Die KV-Vorstände Dastych und Eckhard Starke verwiesen aber auch auf die hohen zusätz­li­chen Kosten der Reformpläne. So kosteten die sechs INZ im Vergleich zur jetzigen Ver­sorgung etwa 20 Millionen Euro mehr im Jahr. Zudem würden die nötigen Ärzte dann im ambulanten Bereich fehlen. Die zusätzlichen 15 Tresen schlagen laut KV mit jeweils etwa 300.000 Euro zu Buche.

dpa

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