ÖGD warnt vor Laborengpässen und mahnt schnelle Entlastung an

Berlin – Ärztevertreter warnen vor wachsenden Engpässen bei den Laborkapazitäten in Deutschland. Die beginnende Grippesaison werde die Zahl der nötigen Abstriche vervielfältigen, sagte heute die Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Bereits jetzt seien die Laborkapazitäten knapp. Um Grippe- und Corona-Infektionen zu unterscheiden, sei in jedem Verdachtsfall ein Rachenabstrich nötig. „Bei steigenden Infektionszahlen müssen wir im Herbst mit größeren Engpässen und längeren Wartezeiten rechnen“, so Teichert.
In der Debatte um eine Verkürzung der Isolations- und Quarantänezeiten forderte Teichert ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern. „Es muss bundesweit einheitliche Regeln für die Dauer einer Isolierung von Corona-Infizierten, Verdachtspersonen und Kontaktpersonen geben.“
Vor der morgigen Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Leitern von Gesundheitsämtern, Gesundheitsdezernenten, Landräten und Oberbürgermeistern mahnte Teichert kurzfristige Schritte zur Entlastung der Gesundheitsämter an.
Der von Bund und Ländern für den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) geschlossene Pakt einschließlich der zugesagten 5.000 Dauerstellen sei ausdrücklich zu begrüßen. Die Gesundheitsämter brauchten aber dringend auch kurzfristige Hilfe.
„Kaum eine der zugesagten Vollzeitstellen wird unter den aktuellen Bedingungen bereits in diesem Herbst besetzt sein können“, betonte Teichert. Bis alle Lücken geschlossen seien, werde es Jahre dauern.
„Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, sind erneut Tausende von Freiwilligen nötig, um Infektionsketten nachzuverfolgen und Quarantänemaßnahmen zu kontrollieren.“
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