Vermischtes

Patente für Biologika laufen aus

  • Montag, 30. April 2018
/dpa
/dpa

Waldems-Esch – Im Laufe dieses Jahres werden Patente für Biologika auslaufen, deren Umsatz in Deutschland insgesamt über eine Milliarde Euro pro Jahr beträgt. Das berichtet der Statistikdienstleister Insight Health. Es sei damit zu rechnen, dass die patentfreien Nachfolgeprodukte (Biosimilars) mehr Patienten zugutekommen, berichtet das Unternehmen.

Das umsatzstärkste Biologika, das betroffen ist, – das Arzneimittel Adalimumab – verliert im Herbst 2018 seinen Patentschutz. Es wird zur Therapie von rheumatoider Arthritis, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Psoriasis eingesetzt. Für Adalimumab sind bereits verschiedene Nachfolgeprodukte zugelassen.

Insight Health hat die Marktentwicklungen nach Markteintritten von Biosimilars in der Vergangenheit analysiert, zum Beispiel von Biosimilars für Etanercept und Infliximab, die in ähnlichen Therapieumfeldern wie Adalimumab eingesetzt werden. Nachdem im Februar 2016 das erste Biosimilar für Etanercept auf den Markt kam, stieg die Zahl der Patienten mit Etanercept-Verordnungen um 20 Prozent auf 12.000 im Januar 2018 an.

Im Fall von Infliximab stieg die Zahl der Patienten nach Biosimilareinführung innerhalb von drei Jahren um 80 Prozent. Grund für die Entwicklung ist laut Insight Health in erster Linie die wachsende Zahl von Erstverordnungen.

„Die Empfehlung der Kassen, insbesondere bei einer Erstverordnung ein weniger teures Biosimilar zu wählen, scheinen Ärzte zunehmend zu berücksichtigen“, berichtet das Unternehmen. Im Fall des Arzneimittels Adalimumab sei daher mit einer Marktausweitung zu rechnen, wenn das Originalpräparat aus dem Patent läuft. „Viele bislang konservativ behandelte Patienten mit rheumatischen Krankheitsbildern könnten dann eine Biologika-Therapie erhalten und von den Nachfolgeprodukten profitieren“, so Insight Health.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung