Hochschulen

Patienten der Medizinischen Hochschule Hannover testen neuartige Roboterhand

  • Freitag, 31. August 2018
Probandin Roswitha M. testet im Institut für Orthopädische Bewegungsdiagnostik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) neben Henning Windhagen (M) und Eike Jakubowitz (r) von der MHH eine neue Roboterhand und näht damit einen Knopf an ein Hemd. /dpa
Probandin Roswitha M. testet im Institut für Orthopädische Bewegungsdiagnostik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) neben Henning Windhagen (M) und Eike Jakubowitz (r) von der MHH eine neue Roboterhand und näht damit einen Knopf an ein Hemd. /dpa

Hannover – Patienten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben gestern den Prototyp einer neuartigen Roboterprothese getestet. Im Vergleich zu den bisher verfügbaren Prothesenhänden besitze die in Italien entwickelte Hand eine „robotermechanische Greifintelligenz“, erklärte der Direktor der MHH-Klinik für Orthopädie, Henning Windhagen.

Die Armprothese, die von nur einem Motor gesteuert wird, ermöglicht es den armamputierten Patienten, alle Finger gleichzeitig und intuitiv zu bewegen. Die künstliche Hand passt sich zudem an unterschiedliche Formen wie rund, eckig oder flach an. Somit entfällt das bei herkömmlichen Prothesen nötige und für Patienten mühsame Erlernen der Greifmuster.

Patient Ludwig List zeigte sich von seiner neuen Handprothese begeistert. Der 81-Jährige hat seinen Unterarm im Zweiten Weltkrieg verloren und über die Jahrzehnte schon viele unterschiedliche Prothesen im Alltag erlebt.

„Es ist keine große, geistige Anstrengung nötig“, schilderte er. Die Hand mit einem Außenmaterial aus Gummi lasse sich sowohl problemlos flach auf einem Tisch ausstrecken als auch Zeigefinger und Daumen leicht zusammenbringen. Wie feinmotorisch gut das Medizinprodukt funktioniert, demonstrierte zudem eine andere Patientin: Sie nähte mit der Handprothese einen Knopf an ein Hemd an.

Seit Anfang Juni testen Mediziner und Patienten in Hannover die neue Prothese. Die Ergebnisse dieser ersten Versuchsreihe seien dazu genutzt worden, die Greifintelligenz zu verfeinern, sagte Windhagen. Der finale Prototyp könne jetzt im Labor und unter simulierten Alltagsbedingungen geprüft werden.

dpa

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