Politik

Patienten­beauftragter beunruhigt über Mannheimer Hygieneskandal

  • Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mannheim/Berlin – Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat Konsequenzen aus dem Hygieneskandal am Universitätsklinikum Mannheim gefordert. „Wer sich auf den OP-Tisch legt, sollte das im höchsten Vertrauen auf die Patientensicherheit tun können“, erklärte er am Mittwoch. „Dafür hat der Gesetzgeber strengste Regeln erlassen. Wer sich nicht daran hält, muss zur Verantwortung gezogen werden.“ Der Mannheimer Fall müsse gründlich aufgearbeitet werden, damit er sich nicht wiederhole. „Krankenhäuser dürfen nicht das ökonomische Interesse über die Sicherheit der Patienten stellen.“

Bei einer Überprüfung in der Klinik waren Hygienemängel festgestellt worden. Seither ist das Klinikum in der Defensive. Inzwischen werden die Vorwürfe immer lauter. Wegen neuer Anzeigen und Hinweise weitet die Staatsanwaltschaft ihr Ermittlungsverfahren ständig aus. Nach einem Bericht der Zeitung Mannheimer Morgen vom Mittwoch gibt es nun anonyme Sabotage-Vorwürfe von Mitarbeitern. Danach wurde sterilisiertes OP-Besteck gezielt verunreinigt.

Der Mannheimer Staatsanwaltschaft liegt bislang keine Anzeige dazu vor. Sie prüfe aber die Vorwürfe, sagte ein Behördensprecher am Mittwoch. Sie würden in das Ermitt­lungsverfahren integriert. Das Klinikum erklärte dazu auf Anfrage: „Wir kommentieren Gerüchte nicht, sondern gehen davon aus, dass unsere Mitarbeiter ihre Arbeit sorgfältig machen.“

Der Staatsanwaltschaft liegen in dem Gesamtverfahren mehrere Anzeigen und Hinweise vor. Genaue Zahlen und Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Der Aufsichtsrat des Klinikums hatte angekündigt, die Ursachen für die Hygienemängel mit Hilfe einer Expertenkommission aufzuarbeiten. Das Präsidium will kommende Woche darüber entscheiden, wer darin vertreten sein soll. Der Kommission sollen voraus­sichtlich Klinikumsmitarbeiter, ein externer Hygiene-Experte und ein Fachmann für Organisationsfragen angehören.

dpa

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