Patientenbeauftragter übt Kritik an IGeL und Onlineterminen

Berlin – Gesetzlich Krankenversicherte sollten nach dem Willen des Patientenbeauftragten künftig besser vor Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) beim Arzt geschützt werden. „Aus meiner Sicht sollte man sie aus dem System wieder herausdrängen“, sagte Schwartze web.de News.
Viele IGeL-Leistungen seien „nicht evidenzbasiert, also aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht nicht notwendig“. „Viele dieser Leistungen sind ganz einfach unnütz», so der SPD-Politiker. Der Markt damit werde trotzdem immer größer.
Schwartze betonte, Versicherte schilderten immer wieder Fälle, in denen das Buchen von IGeL-Leistungen die Voraussetzung für einen Arzttermin sei. Dies könne aus seiner Sicht nicht sein.
Ein großer Fortschritt wäre aus Sicht des Patientenbeauftragten zudem eine „vernünftige Information und Aufklärung“ zu dem Thema. Deutschlands Vertragsärzte mahnen zu Differenzierungen. IGeL-Leistungen sollten nicht generell verteufelt werden, hieß es.
Strengere Regeln müssen aus Sicht des SPD-Politikers auch für Plattformen zur Buchung von Arztterminen gelten. „Vor der Terminvergabe sollte nicht abgefragt werden, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist“, sagte Schwartze. Die telefonische oder persönliche Terminvergabe müsse weiter möglich sein: „Es darf nicht nur einen digitalen Zugang geben.“
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat bereits ein kritisches Auge auf die Vergabe von Arztterminen über private Anbieter geworfen. Das hatte BMG-Staatssekretärin Katja Kohfeld in der Sitzung des Verwaltungsrats des GKV-Spitzenverbands deutlich gemacht.
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