Patientenschützer: Bundesligakonzept auf Altenpflege übertragen

Dortmund − Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert von der Politik, das Schutzkonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) auch auf die Altenpflege zu übertragen. „Die Isolation der Pflegeheime hat ein Ende. Das alles ist gut“, sagte Vorstand Eugen Brysch heute. Um die Hochrisikogruppe der Alten und Pflegebedürftigen zu schützen, brauche es jetzt aber einen umfangreichen Schutzplan.
„Also müssen 800.000 Pflegebedürftige und hunderttausende Mitarbeiter jede Woche auf das COVID-19-Virus getestet werden“, forderte Brysch mit Blick auf das Konzept in den Fußballligen. So könne eine Infektionskette schnell erkannt und unterbrochen werden.
„Aktuell reichen die Laborkapazitäten für ein solches Coronatestkonzept in der Altenpflege noch nicht aus“, sagte der Patientenschützer. Deshalb habe „die Sonderregelung für die privilegierte Berufsgruppe der Spitzenfußballspieler zurückzustehen, die sogar zweimal die Woche getestet werden“.
Der Interessenverband der mehr als 200 Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) sieht das anders. Selbst für den Fall, dass kurzfristig hunderttausende von Tests in Alten- und Pflegeheimen anfallen würden, wäre die Kapazität vorhanden, hieß es.
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