Pharmaindustrie begrüßt neue Richtlinie zu Kinderarzneimitteln
Berlin – Pharmaverbände in Deutschland haben die europäische Verordnung für Kinderarzneimittel begrüßt, die am 26. Januar in Kraft tritt. „Nun bekommt die Arzneiforschung für Kinder richtig Schub: Dank des Rahmens, den die neue europäische Verordnung schafft, werden forschende Pharmaunternehmen erheblich mehr Medikamente für Kinder und Jugendliche entwickeln können. Heute bringen sie jährlich rund 20 Arzneimittel für Kinder heraus; in wenigen Jahren dürften es dreimal so viele sein“, erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Cornelia Yzer.
Mit der europäischen Verordnung werden Pharmaunternehmen verpflichtet, alle in Entwicklung befindlichen Medikamente auch für Kinder und Jugendliche zu prüfen und zur Zulassung zu bringen, sofern sie für diese Altersgruppen in Betracht kommen. Die Unternehmen erhalten dafür einen um sechs Monate verlängerten Schutz vor Nachahmerpräparaten. Für bereits zugelassene Präparate gibt es keine Verpflichtung, jedoch Anreize, sie nachträglich auch für Kinder und Jugendliche zu erproben und eine Zulassungserweiterung einzureichen.
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) forderte unterdessen, die speziell für Kinder zugelassenen Arzneimittel vom Festbetragssystem freizustellen. Andernfalls laufe der „grundsätzlich positive Ansatz der Richtlinie ins Leere“, sagte die stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführerin, Barbara Sickmüller.
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