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PKV kündigt Beitragserhöhungen auf breiter Front an

  • Donnerstag, 22. Oktober 2026
/MQ-Illustrations, stock.adobe.com
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Berlin – Die private Krankenversicherung (PKV) hat für das kommende Jahr Beitragserhöhungen auf breiter Front angekündigt. Nach Überprüfungen habe sich gezeigt, dass „für rund 53 Prozent der Privatversicherten die Beiträge zum 1. Januar 2027 steigen müssen“, informiert der PKV-Verband.

Bei den Tarifen für Beihilfeberechtigte liege der durchschnittliche Anstieg bei 11,4 Prozent, bei allen anderen Versicherten bei 15,3 Prozent. Grund für die Erhöhungen sei ein „dauerhaft starker Anstieg der medizinischen Leistungsausgaben“.

So musste die PKV für allgemeine Krankenhausleistungen im vergangenen Jahr fast 7,5 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Bei den ambulanten Leistungen war eine ähnliche Entwicklung zu sehen. Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um rund acht Prozent, für Heilmittel wie Physio- oder Ergotherapie um mehr als 6,6 Prozent. Bei ambulanten Arztbehandlungen gab es einen Kostenanstieg von sechs Prozent.

„Medizinischer Fortschritt und eine alternde Bevölkerung treiben die Leistungsausgaben und damit die Belastung der Versicherten in PKV und in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)“, hieß es aus dem Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP). In der PKV fielen Anpassungen aufgrund regulatorischer Vorgaben aber meist unregelmäßig und sprunghaft aus. In der GKV stiegen die Belastungen hingegen kontinuierlicher.

Hintergrund ist, dass eine Beitragsanpassung in der PKV immer nur dann erfolgen darf, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um einen bestimmten Prozentsatz höher liegen als ursprünglich kalkuliert.

Überschreiten die Kostensteigerungen in einem PKV-Tarif nicht die Schwellenwerte, darf es dort auch keine Beitragsanpassung geben. Das gilt auch, wenn über mehrere Jahre Kostensteigerungen zu beobachten sind, diese aber nicht die Schwellenwerte erreichen. „Durch dieses Prinzip kommt es dazu, dass bisher stabile Beiträge ‚sprunghaft‘ steigen können“, erläutert der PKV-Verband.

Im längerfristigen Vergleich sieht das WIP bei privat- und gesetzlich Versicherten eine ähnliche Dynamik: „Von 2017 bis 2027 nahm die Belastung der PKV-Versicherten durchschnittlich um 5,1 Prozent pro Jahr zu, die der GKV-Versicherten um 5,3 Prozent“, hieß es aus dem Institut.

Allerdings seien die Einnahmen je Versicherten nicht mit der individuellen Belastung eines einzelnen Versicherten gleichzusetzen“, schränkt das Institut ein. In der GKV würden sie auch durch Veränderungen der Versichertenstruktur und der Einkommensstruktur beeinflusst. In der PKV könnten sich je nach Tarif deutlich abweichende Entwicklungen vom Durchschnitt ergeben.

hil

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