Polizeigewerkschaft fordert mehr Mittel für Behandlung psychisch Kranker

Essen – Nach der tödlichen Messerattacke von Würzburg hat der Bund der deutschen Kriminalbeamten (BDK) einen Ausbau der psychiatrischen Behandlungskapazitäten in Deutschland gefordert.
Knapp ein Drittel der alleinhandelnden Attentäter der Jahre 2000 bis 2015 sei psychisch krank gewesen, sagte der Bundeschef der Polizeigewerkschaft, Sebastian Fiedler, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe von heute. Das Problem eines Fachkräftemangels in den deutschen Psychiatrien müsse von der Bundesregierung dringend gelöst werden.
„Wer an bestimmten Arten von Schizophrenie leidet, trägt ein erhebliches Risiko in sich, zum Gewalttäter zu werden. Den Menschen muss dringend geholfen werden“, sagte Fiedler.
Ein besonderes Problem seien außerdem Menschen, die aufgrund von Kriegserlebnissen psychisch erkrankten. Dabei handele es sich indessen nicht um ein „originäres Thema der Sicherheitsbehörden“, das Problem müsse vielmehr vom Gesundheitsektor angegangen werden.
Im bayerischen Würzburg hatte ein 24-jähriger Somalier am vergangenen Freitag drei Menschen erstochen und sieben weitere verletzt, die meisten davon schwer. Er sitzt wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs in Untersuchungshaft. Die Tatmotive sind unklar.
Der in einem Obdachlosenheim wohnende Mann befand sich wegen psychischer Auffälligkeiten bereits zuvor zweimal in einer Fachklinik. Auch ein etwaiges islamistisches Motiv steht noch im Raum. Die Ermittlungen in dem Fall laufen auf Hochtouren.
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