Psychische Belastungen sollen in Mecklenburg-Vorpommern stärker thematisiert werden
Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) will psychische Belastungen am Arbeitsplatz stärker thematisieren und aus der „gesellschaftlichen Tabuzone“ holen. Psychische Belastungen seien in gleicher Weise zu beurteilen wie körperliche Belastungen, sagte sie heute beim Neujahrsempfang der Unfallkasse in Kooperation mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock.
Drese sprach sich vor allem für einen achtsamen Umgang bei der Gestaltung der Arbeitszeit aus. „Natürlich sind Schichtarbeit und Überstunden nicht immer vermeidbar. Die Beschäftigten sollten aber ihre Wünsche einbringen können, damit familiäre Bedürfnisse Berücksichtigung finden.“ Eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitstätigkeiten sei eine enorme Ressource. Dazu gehörten zum Beispiel die Möglichkeit von Homeoffice oder auch die Bereitstellung von Kitaplätzen in Randzeiten durch den Arbeitgeber.
Die psychischen Arbeitsbelastungen von Frauen und Männern unterscheiden sich nach Dreses Worten. So würden Frauen öfter befristet und in Teilzeit arbeiten, klagten häufiger über Multitasking, Arbeitsunterbrechungen und Beschäftigungs-Monotonie. Männer hingegen seien häufiger in Zeitarbeitsverhältnissen, litten unter überlangen Arbeitszeiten und starkem Termin- und Leistungsdruck.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: