Pulsoxymetriescreening verhindert ein Drittel aller Todesfälle durch angeborene Herzfehler

Wayne/New Jersey – Ein Pulsoxymetriescreening auf kritische angeborene Herzfehler, das in Deutschland derzeit eingeführt wird, hat in den USA, wo die meisten Staaten es in den letzten Jahren eingeführt haben, zu einem signifikanten Rückgang der Säuglingssterblichkeit infolge von Herzfehlern geführt, wie eine Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2017; doi: 10.1001/jama.2017.17627) zeigt.
Eine Gruppe von kritischen Herzfehlern ist für etwa 6 Prozent aller Todesfälle im Säuglingsalter verantwortlich. Der gemeinsame Nenner dieser Herzfehler ist ein Shunt von nicht oxygeniertem Blut in den großen Kreislauf. Sie Zyanose kann beim Neugeborenen übersehen werden, doch eine Pulsoxymetrie kann den Sauerstoffmangel im Blut schnell feststellen. Eine anschließende Echokardiografie kann dann den Versacht aufklären. In Deutschland wurde das Pulsoxymetriescreening im November letzten Jahres vom Gemeinsamen Bundesausschuss zur Kassenleistung erklärt.
In den USA wird das Pulsoxymetriescreening bereits seit 2011 empfohlen. Die Einführung in den einzelnen Bundesstaaten, die über die Finanzierung entscheiden, verlief zunächst schleppend. Bis Juni 2013 hatten erst acht Staaten das Pulsoxymetriescreening verpflichtend eingeführt, in weiteren fünf Staaten gab es ein freiwilliges Screening. Heute wird die Pulsoxymetrie in 48 Staaten bei Säuglingen in den ersten Lebenstagen durchgeführt.
Rahi Abouk von der William Paterson University in Wayne/New Jersey und Mitarbeiter haben jetzt untersucht, wie das Screening die Sterblichkeit an schweren Herzerkrankungen im Säuglingsalter beeinflusst hat. Die Forscher analysierten den Zeitraum von 2007 bis 2013, um auch den zeitlichen Trend vor Einführung des Screenings zu erfassen. In dieser Zeit war es bereits zu einem Rückgang der Todesfälle gekommen, der sich allerdings in den Staaten mit einem Screening in den Folgejahren verstärkte.
Nach den Berechnungen von Abouk hat das Screening zu einem zusätzlichen Rückgang der Todesfälle an kritischen Herzfehlern im Säuglingsalter um etwa ein Drittel geführt. Der absolute Rückgang betrug 3,9 Todesfälle pro 100.000 Geburten.
Hinzu kommt noch einmal ein Rückgang der nicht spezifizierten kardialen Todesfälle um etwa ein Fünftel. In absoluten Zahlen war dies ein Rückgang um 3,5 Todesfälle pro 100.000 Geburten.
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