Rentner zahlen Milliarden für das Krankengeld der Arbeitnehmer
Berlin – Die gesetzlich krankenversicherten Rentner haben seit 2005 mit 7,6 Milliarden Euro das Krankengeld für Arbeitnehmer mitfinanziert. Das ergibt sich aus der heute vorgestellten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.
Alle gesetzlich Versicherten müssen seit Juli 2005 einen zusätzlichen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten, der anders als der restliche Beitrag nicht paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert wird. 0,4 Prozentpunkte des Sonderbeitrages dienen der Finanzierung des Zahnersatzes, die restlichen 0,5 Punkte begründen sich durch den Bedarf für das Krankengeld.
Der 0,9-prozentige Beitragsanteil macht für die Rentner 13,7 Milliarden Euro aus, die 0,5 Punkte davon für Krankengeld schlagen mit 7,6 Milliarden zu Buche. Über die Zahlen hatte zuvor die Passauer Neue Presse (PNP) vom Mittwoch berichtet.
Die Linke kritisierte, dass die Rentner den Sonderbeitrag für das Krankengeld bezahlen müssen, obwohl sie dieses selbst gar nicht beziehen können. „Die Rentner zahlen Milliarden für nichts“, sagte Linksparteichef Bernd Riexinger der PNP. „Das ist absurde Abzocke.“
Auch die SPD plädierte für die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung. „Das Beispiel der Rentner zeigt, wie absurd die Finanzierung ist“, zitierte die PNP den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. „Wir müssen wieder zur paritätischen Finanzierung zwischen Arbeitgebern und allen Versicherten zurückkehren.“ Rentner hatten vor Gericht gegen den Sonderbeitrag geklagt, hatten damit aber keinen Erfolg.
Der paritätisch finanzierte Krankenkassenbeitrag liegt derzeit bei 14,6 Prozent. Hinzu kommt der Sonderbeitrag der Versicherten, so dass diese 15,5 Prozent zahlen müssen.
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