Ausland

Rettungseinsätze in Kolumbien gehen nach Erdbeben weiter

  • Mittwoch, 12. August 2026
/picture alliance, AP, Ivan Valencia
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Bogotá – Kolumbianische Rettungskräfte setzen die Suche nach Überlebenden nach dem zerstörerischen Erdbeben im Westen des Landes weiter fort. Weiterhin werden viele Menschen vermisst. Die Regierung geht nach der Naturkatastrophe bislang von mindestens 181 Toten und mehr als 2.500 Verletzten aus. Die Zahlen steigen stündlich weiter.

„Die Vermissten haben für uns derzeit oberste Priorität“, sagte Präsident Abelardo de la Espriella gestern bei einem Besuch in der Stadt Pereira. Er betonte, in der Stadt Cali seien drei Krankenhäuser eingestürzt.

Offiziell gelten 195 Menschen als vermisst. In einer inoffiziellen Datenbank sind jedoch mehr als 4.000 Suchmeldungen eingegangen. Angehörige warten vor Trümmerhaufen auf Nachrichten von ihren Liebsten und suchen etwa mithilfe der Datenbank „Colombia te busca“ („Kolumbien sucht Dich“) nach ihnen.

Retter und Freiwillige räumen Schutt aus eingestürzten Gebäuden und tragen ihn in Eimern ab. Lastwagen transportieren die Trümmer ab. Bei der Suche in den mehr als 1.100 eingestürzten Wohnhäusern und anderen Gebäuden sind spezialisierte Teams mit Suchhunden im Einsatz, wie die Polizei mitteilte.

Städte wie Pereira, Cali, Manizales, Quibdó und Armenia im Westen des Landes wurden vom Erdbeben der Stärke 7,4 am vergangenen Montagmorgen (Ortszeit) schwer getroffen. Es war das stärkste Beben in dem südamerikanischen Land seit Jahrzehnten. Seither gab es viele Nachbeben.

Nach einer technischen Überprüfung haben fünf Flughäfen in den betroffenen Regionen ihren Betrieb wieder vollständig oder zumindest teilweise aufgenommen, darunter der Flughafen in Cali, wie die Luftfahrtbehörde mitteilte. Der Betrieb des teilweise beschädigten Airports von Pereira sowie des Flughafens in Cartago blieb dagegen eingeschränkt. Nur offizielle Flüge sowie Hilfsflüge seien dort vorerst zugelassen, hieß es.

Mehrere Länder boten ihre Unterstützung an – auch aus Deutschland und der Europäischen Union (EU) kamen Hilfsangebote. Das US-Außenministerium kündigte die Entsendung eines Krisenhilfeteams an. Dieses werde die Regierung in Bogotá bei wichtigen Einsatzmaßnahmen, der Planung und der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen unterstützen.

Laut dem Präsidenten von El Salvador, Nayib Bukele, forderte die kolumbianische Regierung zunächst ausschließlich humanitäre Hilfe in Form von Hilfsgütern an.

Das Auswärtige Amt erklärte, das gesamte Ausmaß der Katastrophe sei noch nicht absehbar und es müsse mit vielen weiteren Todesopfern gerechnet werden. Bislang habe man keine Erkenntnisse zu deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen. Die Botschaft in Bogotá stehe in engem Kontakt mit den kolumbianischen Behörden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerten ihr Mitgefühl für die Opfer. Die EU stellte nach Angaben einer Sprecherin zunächst 100.000 Euro für die besonders betroffene Region Chocó bereit. Zudem wurde der Erdbeobachtungsdienst Copernicus aktiviert, um das Ausmaß der Schäden zu erfassen.

dpa/may

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