Rheinland-Pfalz will Telemedizin-Assistenz fördern

Mainz – Rheinland-Pfalz will den Einsatz von telemedizinisch geschulten Mitarbeitern in Hausarztpraxen fördern. „Mit dem Projekt ‚Telemedizin-Assistenz‘ wollen wir die Versorgung der Patienten weiter verbessern, Ärzte entlasten sowie die Arbeit von Praxis-Assistenzkräften erheblich aufwerten“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).
Dafür sollen nichtärztliche Praxisassistentinnen, die bereits jetzt arztentlastend mit den Patienten arbeiten, telemedizinisch fortgebildet werden. Die Telemedizinassistenten (TMA) sollen bei Hausbesuchen Geräte einsetzen, die es ermöglichen, beim Hausbesuch Gesundheitswerte digital zu erfassen.
Diese werden vor Ort aufbereitet und an die Praxis übermittelt. Außerdem soll es möglich sein, Kontakt mit dem Arzt in der Praxis aufzunehmen oder ein Videotelefonat zwischen Patient und Arzt durchzuführen. Der Arzt kann die aufbereiteten Daten oder von dem TMA übersandtes Bildmaterial in seiner Praxissoftware sichten und über das weitere Vorgehen entscheiden.
Das Vorhaben ist zunächst als Modellprojekt in bis zu vier vorwiegend ländlichen Modellregionen für zunächst zwei Jahre angelegt. Voraussetzung ist, dass in den Regionen jeweils genügend Arztpraxen gefunden werden, die sich am Projekt beteiligen.
Die Finanzierung soll durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie aus Mitteln des Zukunftsprogramms „Gesundheit und Pflege 2020“ erfolgen. Das Ministerium kündigte an, das Förderangebot an teilnehmende Praxen in den nächsten Wochen zu konkretisieren.
Ärzteschaft und Krankenkassen signalisierten bereits Zustimmung zu dem Vorhaben. „Der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz begrüßt das Projekt und wird sich aktiv an seiner Umsetzung beteiligen“, sagte Burkhard Zwerenz, Vorsitzender des Verbandes. Man sehe darin einen Beitrag, die niedergelassenen Hausärzte gerade in den ländlichen Regionen bei der Praktizierung einer innovativen Arbeitsteilung und Nutzung moderner technischer Möglichkeiten zu unterstützen.
Zustimmung kam auch von der Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). „Das neue Telemedizinprojekt bietet gute Möglichkeiten, Hausärzte zu entlasten und zugleich die Versorgung in der Fläche zu verbessern“, sagte der Ärztekammerpräsident Günther Matheis. Der KV-Vorstandsvorsitzende Peter Heinz kündigte an, Gespräche mit den Krankenkassen über eine zusätzliche finanzielle Förderung führen zu wollen.
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