Vermischtes

RKI rechnet mit Ausbreitung des West-Nil-Virus

  • Donnerstag, 18. Juni 2026
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Berlin – Trotz zuletzt eher weniger gemeldeter Fälle des von heimischen Stechmücken übertragenen West-Nil-Virus hat das Robert-Koch-Institut (RKI) keine Entwarnung gegeben. Es sei in diesem und in den nächsten Jahren grundsätzlich mit einer Ausweitung der Gebiete mit Vorkommen des West-Nil-Virus (WNV) zu rechnen, teilte die Behörde in Berlin mit.

Möglich sei auch „das plötzliche Vordringen in ganz neue Regionen“. Seit mindestens 2018 zirkuliert insbesondere in Ostdeutschland das von heimischen Mücken vor allem auf Vögel übertragene West-Nil-Virus, von dem gelegentlich auch Menschen und Pferde infiziert werden können.

Seit 2019 wurden jährlich zwischen vier und 35 in Deutschland erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus beim Menschen übermittelt. Im vergangenen Jahr waren es vier Fälle, in diesem Jahr wurde bislang noch kein solcher Fall bekannt. Ein Großteil der Infektionen verläuft asymptomatisch oder mit leichten Symptomen, weshalb nur ein kleiner Teil überhaupt erfasst wird.

In Teilen von Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kam es in den vergangenen Jahren regelmäßig zu von Mücken übertragenen menschlichen WNV-Infektionen, diese Regionen gelten als sogenannte Endemiegebiete. Vor zwei Jahren kam es erstmals im Nordwesten, in Teilen von Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein, zu Erkrankungsfällen, 2025 trat auch ein erster Fall in Bayern auf.

In Deutschland breitet sich außerdem die Asiatische Tigermücke weiter aus. Sie kommt dem RKI zufolge in Teilen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, sowie in einzelnen Städten in Bayern, Thüringen und in Berlin vor. Aktuell sei auch eine Ausbreitung am Übergang von Mittel- zu Niederrhein zu beobachten.

Die Asiatische Tigermücke kann grundsätzlich exotische saisonale Krankheitserreger wie das Chikungunya-, Dengue- oder Zikavirus auf Menschen übertragen, wenn sie diese Viren zuvor von infizierten Reiserückkehrenden aus Endemiegebieten aufgenommen hat. Dies wurde unter anderem in Italien und anderen südeuropäischen Ländern beobachtet, bislang aber nicht in Deutschland.

afp

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