Robert-Koch-Institut stellt neuen Datenpool zur Krankheitslast in Deutschland zur Verfügung

Berlin – Das Robert-Koch Institut (RKI) hat ein Recherchetool mit neuen Daten zur Krankheitslast in Deutschland zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse können nach Alter, Geschlecht und Region betrachtet werden. Regionale Ergebnisse stehen für Bundesländer und zum Teil auch für einzelne Regionen zur Verfügung.
Die RKI-Forschenden haben dazu die internationale Global-Burden-of-Disease-Methodik an die Datenverfügbarkeit und Anforderungen in Deutschland angepasst.
Verfügbar werden so Daten für verschiedene Messgrößen: Die durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen gesunden Lebensjahre (Years Lived with Disability, YLD) stellen in Abhängigkeit von der Erkrankungsschwere den Teil der Zeit dar, der durch Leben mit einer Krankheit als verloren betrachtet werden kann. Für die durch Sterblichkeit verlorenen Lebensjahre (Years of Life Lost, YLL) werden die Häufigkeit der Todesfälle, das Alter, in dem sie auftreten, und die statistische Restlebenserwartung berücksichtigt.
Die durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen gesunden Lebensjahre und die durch Tod verlorenen Lebensjahre werden zu den Disability-Adjusted Life Years (DALY) summiert. Dadurch lässt sich die Krankheitslast in der Bevölkerung durch unterschiedliche Erkrankungen und Todesursachen vergleichen.
„Solche Daten sind wichtige Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen zu Prävention und Versorgung“, erläuterte der RKI-Präsident Lars Schaade.
Getrennt nach Morbidität und Mortalität betrachtet, haben einzelne Krankheiten eine unterschiedliche Bedeutung für die Bevölkerungsgesundheit. Eine erste Auswertung der Daten zeigt laut der RKI-Arbeitsgruppe: Bei den durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen gesunden Lebensjahren (YLD) stehen Schmerzen im unteren Rücken an erster Stelle, gefolgt von Kopfschmerzerkrankungen, Angststörungen, Diabetes und depressiven Störungen.
Bei den verlorenen Lebensjahren (YLL) steht die koronare Herzkrankheit oben, gefolgt von Lungenkrebs, Schlaganfall, COPD und Alzheimer- und Demenzerkrankungen. Die neuen Daten liegen für die Jahre 2017 bis 2022 vor.
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