Vermischtes

Gesundheitsämter zentral für Schutz und Förderung der Bevölkerungsgesundheit

  • Mittwoch, 18. März 2026
/picture alliance, Torsten Sukrow, SULUPRESS.DE
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Berlin – Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ist eine zentrale Säule für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Darauf haben das Robert-Koch-Institut (RKI) und zahlreiche Akteure im Gesundheitswesen anlässlich des Tages des Gesundheitsamtes am 19. März hingewiesen.

Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Vielfalt für Gesundheit“. Damit wird nach Aussagen des RKI die große Bandbreite der Aufgaben des ÖGD hervorgehoben.

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg (LÄKBW) betonte, dass ärztliches Know-how auch außerhalb von Klinik und Praxis gefragt sei. „Die Ärztinnen und Ärzte im ÖGD verfolgen nicht nur Infektionsketten, sie beraten Gemeinschaftseinrichtungen, entwickeln Hygiene- und Präventionskonzepte, begleiten Impfprogramme und nehmen Einschulungsuntersuchungen vor“, sagte der Präsident der Kammer, Wolfgang Miller.

In den kommunalen Gesundheitskonferenzen würden sie bei der Koordination der Versorgung vor Ort helfen. Und das sei „nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielfältigen Aufgaben“. Gerade die Coronapandemie habe „wie unter einem Brennglas“ die tragende Rolle des ÖGD sichtbar gemacht. „Ein starker ÖGD ist ein zentraler Pfeiler für ein zukunftsfestes, krisenresilientes und handlungsfähiges Gemeinwesen“, betonte er.  

„Gesundheit entsteht im Alltag – und genau dort setzt der ÖGD an. Die Gesundheitsämter erreichen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für gesundheitliche Chancengleichheit“, erläuterte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Peter Schäfer.

Damit der ÖGD diese Aufgaben auch künftig verlässlich erfüllen könne, braucht es dauerhaft stabile Strukturen und eine gesicherte Finanzierung. Er kritisierte, mit dem absehbaren Auslaufen zentraler Fördermaßnahmen aus dem Pakt für den ÖGD steht die Zukunft vieler Stellen und Projekte auf dem Spiel. Ohne eine verlässliche Anschlussfinanzierung drohe ein Rückbau von Personal, Know-how und digitaler Infrastruktur.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten aber gezeigt, wie wichtig gut ausgestattete Gesundheitsämter für Prävention, Beratung und Bevölkerungsschutz seien. „Diese Strukturen müssen langfristig gesichert und weiterentwickelt werden“, betonte Schäfer. 

Dies unterstützt auch die Ärztekammer Berlin (ÄKB). „Die Gesundheitsämter sind von zentraler Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung und Aufklärung der Bevölkerung. Um ihre Arbeit aufrechtzuerhalten, muss eine Anschlussfinanzierung für den Pakt für den ÖGD gesichert werden“, erklärte der Kammerpräsident Peter Bobbert.

Mit dem Pakt für den ÖGD, der 2020 beschlossen wurde, stellte der Bund bis zum Jahr 2026 insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung, um den ÖGD strukturell zu stärken. Durch diese Unterstützung konnten unter anderem neue Stellen geschaffen und die Digitalisierung ausgebaut werden.

Doch wie es nach dem Ende der Laufzeit ab 2027 mit der Finanzierung der neuen Stellen und der digitalen Anwendungen weitergehen soll, ist unklar. „Wir benötigen eine Verstetigung des Paktes oder ein Nachfolgeprojekt, um die Fortschritte, die in den letzten Jahren erzielt wurden, nicht zu gefährden und die digitale Transformation des ÖGD weiterzuentwickeln“, so Bobbert. 

Dies fordert auch die Ärztekammer Bremen. „Die bisherigen Fortschritte bei Personal, Organisation und Technik dürfen nicht wieder verloren gehen“, sagte deren Präsidentin Christina Hillebrecht. Angesichts wachsender Herausforderungen für das Gesundheitssystem, etwa durch Krisen und den demografischen Wandel wird die Arbeit des ÖGD für ein funktionierendes Gesundheitswesen immer wichtiger, betonte sie. 

hil

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