Rotes Kreuz für jährliche Wiederbelebungsübungen an Schulen

Berlin – Für jährlich stattfindende Wiederbelebungsübungen an Schulen plädiert der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe.
Zwei Stunden pro Schuljahr würden enorm helfen, sagte Gröhe den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. „Wer das in seiner Schulzeit regelmäßig gemacht hat, vergisst das ein Leben lang nicht mehr und kann die Erfahrung an andere weitergeben.“
Der frühere CDU-Bundesgesundheitsminister kritisierte fehlendes Wissen in der Gesellschaft darum, Menschen bei einem Herzstillstand zu helfen. Mit Herzdruckmassage könnten Umstehende leicht helfen. „Doch viele Menschen trauen sich nicht, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Obwohl eine Person dabei ist zu sterben, haben sie Angst, jemandem eine Rippe zu brechen“, so Gröhe.
Beim Ausbau der Verteidigungsfähigkeit in Deutschland will er den Bevölkerungsschutz entsprechend mitgedacht wissen. Verteidigungsfähigkeit dürfe man nicht ausschließlich militärisch verstehen; das allein mache eine Gesellschaft nicht krisenfest.
Gelder aus dem Sondervermögen sollten daher auch umfassend für den Bevölkerungsschutz eingesetzt werden, sagte Gröhe. Es brauche ein Netz wirklich krisenfester Krankenhäuser. Ohne ein krisenfestes Gesundheitswesen gebe es keine umfassende Verteidigungsfähigkeit.
Gröhe verwies auch darauf, dass wichtige Maßnahmen in der zivil-militärischen Zusammenarbeit getroffen werden müssten. Schon für die Notwendigkeit, eine sehr große Zahl von Verletzten zu versorgen, brauche es eine weit bessere Planung und Ausstattung von Krankenhäusern. Zu bedenken sei nicht nur eine Vorbereitung auf bewaffnete Konflikte, sondern etwa auch auf Hochwasser oder Stromausfälle.
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