Ärztekammer Berlin für Fokus auf Kindergesundheit

Berlin – Mehr Aufmerksamkeit für die Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern fordert die Ärztekammer Berlin anlässlich des morgigen Weltkindertages. Die COVID-19-Pandemie habe Ungleichheiten bei Gesundheit und Entwicklungschancen verstärkt – dem müsse nun entgegengewirkt werden.
„Insgesamt wirkt die Pandemie als Verstärker vorbestehender Ungleichheiten in Gesundheit, Bildung, Teilhabe und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen“, erklärte Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Verschiedene Studien würden zeigen, dass sich die Lebensqualität und die gesundheitliche Situation von Kindern in der Pandemie verschlechtert haben.
Häufige Folgen seien demnach Gewichtszunahme, eine Verstärkung von Ängsten und Essstörungen, Bewegungsmangel sowie die Zunahme eines riskanten Nutzens sozialer Medien. Insbesondere Kinder mit niedrigem sozioökonomischem Status, Migrationshintergrund und begrenztem Wohnraum seien den Studien zufolge betroffen. Dieser Entwicklung müsse entgegengewirkt werden, betont die Ärztekammer Berlin.
Problematisch sei in diesem Zusammenhang auch, dass die Schuleingangsuntersuchungen – die frühzeitig Defizite bei der kindlichen Entwicklung entdecken könnten – während der Coronapandemie häufig nicht stattgefunden haben. Förderbedarfe könnten dadurch übersehen worden sein.
„Wir müssen darauf achten, dass wir nicht eine ganze Generation aus den Augen verlieren. Motorische Defizite, Übergewicht oder Probleme beim Lesen und Schreiben sind in der Regel Nachteile, die sich durch ein ganzes Leben ziehen“, sagte Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin. Daher sei es wichtig, rechtzeitig einzugreifen.
Die Ärztekammer Berlin rät daher Eltern dringend dazu, alle gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen für ihre Kindern in Anspruch zu nehmen.
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