Aktualisierter Leitfaden und Fortbildungscurriculum zum Peer-Review-Verfahren vorgelegt

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat ihren Leitfaden und das zugehörige Fortbildungscurriculum zum Peer-Review-Verfahren aktualisiert. Neuer Titel des Leitfadens ist „PRiM – „Peer Review in der Medizin“.
„PRiM ist gelebte Qualitätskultur in der Patientenversorgung. Es bietet den Raum, Qualitätssicherung praxisnah weiterzuentwickeln und auf diese Weise zu stärken“, sagte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt.
In dem Leitfaden erläutert ein Autorenteam das Peer-Review-Verfahren und seine Umsetzung. Das Curriculum beschreibt die Anforderungen an die Qualifizierung von Peers.
In die Aktualisierung sind zum Beispiel Erfahrungen der Ärztekammern und verschiedener Kooperationspartner eingeflossen. Der neue Leitfaden betont unter anderem die berufsgruppenübergreifende Herangehensweise, die auch mit dem neu gewählten Titel „Peer Review in der Medizin“ (zuvor „Ärztliches Peer Review“) zum Ausdruck kommt.
Bei Peer-Review-Verfahren besuchen fachlich qualifizierte Personen eine Einrichtung und gehen dort mit dem Team auf der Station oder in der Praxis die dort üblichen Behandlungsabläufe durch. In der Haltung eines „kritischen Freundes“ arbeiten sie im gemeinsamen Gespräch heraus, was besonders gut funktioniert – und wo Risiken bestehen.
Dies ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber nach Aussagen der BÄK nutzen viele Einrichtungen das Verfahren, um Behandlungsabläufe zu verbessern und die Patientensicherheit zu erhöhen.
„In Rahmen von Selbstverpflichtung auf gemeinsame Verantwortung zu setzen, wird dem hohen Anspruch der Gesundheitsberufe an ihre Arbeit gerecht“, sagte Susanne Johna, Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer und Vorsitzende des BÄK-Ausschusses „Qualitätssicherung und Patientensicherheit“.
Nach Einschätzung von Hans-Jörg Bittrich, ebenfalls Vorsitzender des Ausschusses, liegt der Vorteil des Peer-Review-Verfahrens darin, dass die Effekte für die Einrichtung offensichtlich sind.
Dies unterscheide diese Maßnahme von anderen Qualitätsinstrumenten, die oftmals viel Dokumentationsaufwand benötigten und deren Resultate mitunter unklar blieben. Peer-Reviews seien daher „die Chance für Qualitätssicherung, ihren guten Ruf zu erhalten“, so Bittrich.
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