Ärzteschaft

Gesundheitswesen braucht „langfristig belastbaren Plan“

  • Freitag, 31. Januar 2025
/.shock, stock.adobe.com
/.shock, stock.adobe.com

Berlin – Die Politik sollte die Weichen für „eine exzellente medizinische Versorgung“ aller Bürger stellen. Dafür brauche es einen „langfristig belastbaren Plan, der über eine Legislaturperiode hinausgeht“. Mit diesem Appell richtet sich die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) an eine neue Bundesregierung.

Die Gesundheitsversorgung müsse dauerhaft eine hohe Priorität behalten und in hoher Qualität gewährleistet werden können, sagte der stellvertretende Präsident der Fachgesellschaft, Ulrich Stöckle, bei der Vorstellung eines DGOU-Positionspapiers.

Danach hat der demografische Wandel große Auswirkungen auf die Patienten, aber auch auf die Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. In den kommenden zwei Jahrzehnten würden immer mehr ältere Patienten auf immer weniger Mitarbeitende im Gesundheitswesen treffen.

Damit bei sinkenden personellen Ressourcen die Gesundheitsversorgung für alle sicher sei, sieht die DGOU den Schlüssel in der Prävention und der Digitalisierung. „Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet ein enormes Potenzial, das aktiv von unseren Fachexperten unterstützt werden muss“, sagte DGOU-Generalsekretär Dietmar Pennig.

Durch den Einsatz digitaler Technologien könnten unnötige Notfallbesuche, Klinikeinweisungen und weitere kostenintensive Maßnahmen deutlich reduziert werden. Gleichzeitig würden Kapazitäten für dringendere Fälle geschaffen und die Versorgung durch präklinische Steuerung insgesamt verbessert.

„Der präventive Bereich bietet die Chance, langfristig sowohl die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern als auch die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems zu verringern“, erläuterte Bernd Kladny, stellvertretender DGOU-Generalsekretär. Denn ein Großteil der kostenintensiven Erkrankungen seien zivilisationsbedingt und durch präventive Maßnahmen beeinflussbar, so der Experte.

Die DGOU setzt sich in dem Papier zudem für zielgruppengerechte Gesundheitsinformationen und für eine wohnortnahe Versorgung ein.

Wichtig sei, dass in einem Katastrophen-, Terror- oder Kriegsfall die ärztliche Versorgung jederzeit gewährleistet sei, weil Notfallpläne, digitale Systeme und gut ausgebildetes Personal schnell und effektiv zusammenarbeiteten, um Patienten – zivil oder militärisch – die nötige Hilfe zu bieten.

Dazu sei es auch nötig, jungen Ärztinnen und Ärzte bei ihre Weiterbildung beste Arbeitsbedingungen und die Unterstützung zu bieten, die sie brauchten, um ihre Karriere erfolgreich zu starten und so die ärztliche Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung