Klimawandel ist besondere Bedrohung für Menschen mit Lungenerkrankungen

Mailand – Für Menschen mit respiratorischen Erkrankungen stellt der Klimawandel eine große Bedrohung dar. Das erklärte die Europäische Gesellschaft für Atemwegserkrankung (Euopean respiratory society; ERS) heute anlässlich des diesjährigen ERS-Kongresses.
Die Fachgesellschaft ruft Gesundheitsberufe sowie politische Entscheidungsträger, dazu auf, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. Dazu hat die ERS auch kürzlich ein Positionspapier veröffentlicht (DOI: 10.1183/13993003.01960-2022).
Besonders belastend sind für die Patienten demnach die erhöhte Ozonblastung, die Verlängerung der Aeroallergensaison sowie die zunehmende Häufigkeit von Extremwettern. Dazu gehören etwa Überschwemmungen. Diese könnten zu erhöhter Feuchtigkeit und Schimmelbelastung in Innenräumen führen, was sich wiederum auf die respiratorische Gesundheit auswirke, hieß es.
„Luftschadstoffe und Treibhausgase müssen als ein kombiniertes Problem betrachtet werden, und die Maßnahmen müssen alle Emissionen und gesundheitlichen Folgen berücksichtigen“, sagte Zorana Jovanovic Andersen von der Universität Kopenhagen. Mit einer reduzierten Luftverschmutzung ließen sich Fälle von damit assoziierten respiratorischen Erkrankungen abmildern.
Eine Chance dafür bietet der ERS zufolge die Überarbeitung der EU-Richtlinie zur Luftqualität nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2021. Nach diesen Empfehlungen solle die Feinstaub – sowie die Stickstoffdioxidbelastung vier- beziehungsweise fünfmal niedriger sein die aktuellen EU-Grenzwerte.
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