Ärzteschaft

Reinhardt drängt auf mehr Medizinstudienplätze

  • Freitag, 28. Juli 2023
/alexkich, stock.adobe.com
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Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, hat sich erneut dafür ausgesprochen, dass in Deutsch­land mehr Ärzte ausgebildet werden. Das betonte er im neuen BÄK-Podcast „Sprechende Medizin“ zum Thema Medizin­studium.

„Unsere Forderung, die der Bundesärztekammer, ist, wir brauchen etwa 5.000 bis 6.000 Medizinstudienplätze mehr“, erklärte Reinhardt darin. Davon sei er unverändert überzeugt. Die Gesellschaft könne und sollte sich das auch leisten, erklärte er weiter.

Ein medizinischer Studienplatz sei aber teuer – und die Universitäten hätten Sorge, dass die Qualität der Ausbil­dung leide, wenn es keine zusätzlichen Mittel gebe. „Das ist richtig“, so Reinhardt. Das sei gefährdet, wenn man nicht bereit sei, die zusätzlichen Studienplätze auch wirtschaftlich zu unterfüttern.

In Bezug auf die Approbationsordnung erklärte der BÄK-Chef, dass es eine „Reihe von guten Aspekten“ gebe. So sei etwa der Weg zu mehr Praxisbezug und zu einem „realistischen ärztlichen Handeln“ angedacht.

Am neuen Datum für die Approbationsordnung, die nun im Oktober 2027 greifen soll, sehe man allerdings auch, dass föderale Abstimmungsprozesse „anstrengend, mühsam und zeitraubend“ seien. Grund seien die unterschiedlichen Zuständigkeiten. Der Bund sei für die Approbationsordnung zuständig, um­setzen müssten es die Wissenschaftsminister der Länder und bezahlen die Finanzminister der Länder.

Eine Landarztquote hält Reinhardt für sinnvoll. „Wir erleben immer noch ein gewisses Stadt-Land-Gefälle und eine gewisse Urbanisierung“, erklärte er im Podcast. Die Tatsache, dass es in ländlichen Räumen nicht ganz einfach sei, Menschen zu finden, die bereit seien, dort Funktionen und Tätigkeiten zu übernehmen, versuche man mit einem Studienplatz anzureizen. Solche Angebote des Staates seien „legitim“.

Reinhardt betonte, Kritiker entgegneten häufig, junge Menschen mit 19 Jahren wüssten noch nicht, ob sie mit 30 Jahren aufs Land gehen wollten. Er sei da aber „nicht so ängstlich“, sagte er. Ob das am Ende helfe, müsse man beobachten. Und es könne auch nur ein kleiner Baustein der Infrastrukturpolitik sein.

In der kommenden Woche ist Reinhardt zufolge ein Treffen mit dem Bundesminsterium für Gesundheit (BMG) angedacht. Dort wolle man sich über den aktuellen Stand und die Reform der Approbationsordnung aus­tauschen.

may/EB

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