S2k-Leitlinie zur Zahnsanierung vor Herzklappenersatz aktualisiert

Düsseldorf – Vor einem Herzklappenersatz sollten Entzündungsherde im Körper nach Möglichkeit saniert werden. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Zahnsanierung.
Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) hat daher zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) ihre S2k-Leitlinie zur Zahnsanierung vor Herzklappenersatz aktualisiert.
An der Überarbeitung haben sich unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und die Deutsche Herzstiftung beteiligt.
Ziel der Zahnsanierung vor Herzklappenersatz ist der Leitliniengruppe zufolge die Beseitigung akuter oder chronischer Entzündungen mit dem Ziel, dass Patienten für mindestens sechs Monate nach dem Herzklappenersatz behandlungsfrei bleiben – zur Vermeidung dentogener Endokarditiden.
„Es sollte, wenn es die allgemeine und kardiale Krankheitssituation des Patienten zulässt, ein ausreichendes Intervall (bei Eröffnung der Schleimhaut, wenn möglich, 10 bis 30 Tage) zwischen indiziertem Herzklappenersatz und dennoch notwendiger Zahnsanierung beachtet werden“, heißt es in der Leitlinie.
Nach einem Herzklappenersatz sollten die Patienten im ersten Jahr zur regelmäßigen zahnärztlichen Nachsorge möglichst dreimonatlich einbestellt werden, um die alltäglichen Bakteriämieraten so gering wie möglich zu halten und um den Erfolg häuslicher Mundhygienemaßnahmen zu überprüfen, empfiehlt das Leitlinienteam.
„Bei invasiven dentalen Prozeduren sollte und bei moderaten dentalen Prozeduren kann eine Antibiotikaprophylaxe erfolgen“, so die Autorengruppe.
Die Leitliniengruppe um Lucas Ritschl von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München hat zusätzlich zur Leitlinie und dem Leitlinienreport auch eine Kurzversion und eine Patientenleitlinie erstellt.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: