Kardiologen und Zahnärzte wollen gegen erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko durch Parodontitis vorgehen

Berlin – Neben den bekannten Risikofaktoren erhöht auch eine Parodontitis das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Der Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen (BNK) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) wollen jetzt gegensteuern.
„Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparates, ist eine sogenannte stille Krankheit, die anfangs symptomlos verläuft und damit im Verborgenen sehr viel Unheil anrichten kann“, sagte Romy Ermler, Vizepräsidentin der BZÄK.
„Es gibt mittlerweile signifikante Belege für den Zusammenhang von Parodontitis und verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deshalb begrüßen wir die Kooperation“, sagte der BNK-Bundesvorsitzende Norbert Smetak. Das frühzeitige Erkennen und die Behandlung einer Parodontitis seien wichtige Präventionsmaßnahmen, um Allgemeinerkrankungen entgegenzuwirken, die im schlimmsten Falle zum Tod führen könnten, zum Beispiel über eine Entzündung der Herzklappen.
Deshalb sei es wichtig, im Patientengespräch auch nach der Zahngesundheit zu fragen – dies könne einen wichtigen Impuls zur Abklärung einer möglichen Parodontitis geben, so Smetak. Patienten sollten im Gegenzug eine Parodontitisdiagnose dem Hausarzt oder dem Kardiologen mitteilen.
Die beiden Organisationen weisen darauf hin, dass eine Parodontalerkrankung auch das Risiko für Bluthochdruck steigern könne.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: