S3-Leitlinie zum Blasenekstrophie-Epispadie-Komplex erschienen

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat eine S3-Leitlinie zur Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Blasenekstrophie-Epispadie-Komplexes (BEEK) entwickelt. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat die Leitlinienarbeit gefördert.
Der BEEK gehört zur Gruppe der seltenen Erkrankungen. Er umfasst angeborene Fehlbildungen der unteren Bauchwand, der Harnblase, des Beckenrings und des äußeren Genitals.
Beim Vollbild der Blasenekstrophie sind durch die engen embryologischen Verbindungen und die räumliche Nähe nicht nur die harnableitenden Organe und das männliche oder das weibliche Genitale betroffen, sondern auch die Anorektalregion, die mesodermalen und muskuloskelettalen Anteile des Beckens und Unterbauchs sowie gelegentlich der Verdauungstrakt.
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist wichtig, um Nierenschädigungen zu verhindern. Beim BEEK besteht – wie häufig bei seltenen Erkrankungen – das Problem, dass prospektive Studien aufgrund der Seltenheit der Anomalie nicht durchführbar sind. Meist muss man auf retrospektive monozentrische kleine Fallserien zurückgreifen.
„Ärzte, insbesondere Urologen, die in ihrem ganzen Berufsleben mehrheitlich nicht in die Situation gekommen sind, ein Kind, einen Jugendlichen oder einen Erwachsenen mit dieser seltenen Anomalie medizinisch differenziert zu begleiten, im klinischen Alltag jederzeit unvermittelt mit Menschen mit BEEK konfrontiert werden“, heißt es im Ergebnisbericht des Innovationsauschusses.
Das Leitlinienprojekt wurde laut einer Expertengruppe des Innovationsausschusses initiiert, um die bestmögliche Evidenz zu generieren und die Versorgung der Betroffenen so weit wie möglich zu standardisieren und dadurch insgesamt zu verbessern.
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