S3-Leitlinie zur Palliativbetreuung bei nicht heilbarer Krebserkrankung aktualisiert

Berlin – Im Leitlinienprogramm Onkologie ist eine aktualisierte Fassung der S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patientinnen und Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ erschienen. Die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin erstellte Leitlinie enthält jetzt auch Kapitel zur Angehörigenbetreuung und zur Spiritualität.
„Die Palliativversorgung hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt“, sagte einer der Leitlinienkoordinatoren Steffen Simon von der Uniklinik Köln. Einer der Gründe sei die konsequente Orientierung an Wünschen und Bedürfnissen der Krebsbetroffenen in nicht heilbaren Situationen und an denen der Nahestehenden.
Die psychosoziale Belastung der Angehörigen und Freunde von Menschen mit nicht heilbaren Krebserkrankungen ist sehr hoch. Sie übernehmen eine zentrale Rolle als Bezugspersonen für die Patienten, sind mit eigenen emotionalen, sozialen und organisatorischen Herausforderungen konfrontiert und haben deshalb selbst Unterstützungsbedarf.
„In der Leitlinie geben wir Empfehlungen, wie deren Belastung und Bedürfnisse erfasst und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet werden können“, erklärte Leitlinienkoordinatorin Claudia Bausewein vom Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Das könnten beispielsweise Unterstützungsangebote zur Stärkung der Selbstfürsorge oder für die Trauerbegleitung sein.
Die Leitlinie enthält zudem Hinweise zur Erfassung von spirituellen Bedürfnissen. Unter anderem empfiehlt das Leitlinienteam, das Thema in der Aus-, Fort- und Weiterbildung bei Fachpersonal aufzugreifen, das Menschen mit nicht heilbaren Krebserkrankungen behandelt und begleitet.
Die Arbeitsgruppe hat zudem systematisch alle bestehenden Leitlinienempfehlungen überprüft und – wo nötig – aktualisiert. Die Überarbeitungen betreffen unter anderem die Medikation bei Atemnot, Übelkeit und Erbrechen. Zudem wurden Empfehlungen zu Tumorschmerzen, zur Behandlung opioidbedingter Obstipation und zu Fatigue angepasst.
An der Aktualisierung haben neben der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin 70 weitere Fachgesellschaften und Organisationen mitgewirkt. Die Deutsche Krebshilfe hat die Arbeit im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie finanziell unterstützt.
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