Vermischtes

Datenbank zum Off-Label-Use in der Palliativmedizin aktualisiert

  • Donnerstag, 23. Juli 2026
/tippapatt, stock.adobe.com
/tippapatt, stock.adobe.com
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Berlin – Die Datenbank des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München zum Off-Label-Use in der Palliativmedizin ist jüngst um 35 neue Therapieempfehlungen erweitert worden. Wie in der entsprechenden Mitteilung betont wird – hinter der Datenbank steht das pharmazeutische Expertenteam der Klinik für Palliativmedizin des LMU Klinikum München – basieren die Empfehlungen auf der besten verfügbaren Evidenz.

Die in der kostenfreien Datenbank pall-OLU angebotenen Informationen werden für medizinisches, pflegerisches und pharmazeutisches Fachpersonal in der Palliativversorgung von Erwachsenen bereitgestellt. Die Plattform umfasst konkrete Therapieempfehlungen zum zulassungsüberschreitenden Einsatz von Arzneimitteln (Off-Label-Use). Ziel ist es, das Fachpersonal bei der in diesem Versorgungsbereich oft komplexen Arzneimitteltherapieplanung zu unterstützen.

Gefördert wird die Datenbank von der Deutsche Krebshilfe, Anfang 2024 wurde eine weitere Anschlussförderung bis 2028 genehmigt. Weitere Finanzierungsanteile tragen Mittel des LMU-Klinikums und Spenden bei – Arzneimittelhersteller oder andere Verbände sind nicht beteiligt.

Die gleichfalls kostenfreien Datenbanken Embryotox und Kinderformularium liefern ebenfalls evidenzbasierte und unabhängige Informationen und Hilfestellung bei der Therapieentscheidung für besonders vulnerable Patientengruppen.

Schwerpunkt der Plattform Kinderformularium ist die Kinder- und Jugendmedizin. In diesem Bereich fehlen häufig Dosierungsangaben und Darreichungsformen, die an die altersabhängige Physiologie der Kinder angepasst sind, sowie weitere kinderspezifische therapierelevante Informationen.

Um diese Lücken zu schließen und die Arzneimitteltherapie bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern, werden systematisch Fachinformationen gesichtet und bei Bedarf Firmenanfragen gestellt, um das für eine Indikation zugelassene Alter zu ermitteln.

Zudem werden in Deutschland vorhandene Präparate standardisiert ermittelt und Beispiele aufgeführt, die sich möglichst gut zur Anwendung bei Kindern eignen. Um eine größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, werden Quellen an entsprechender Stelle klar referenziert. Die Projektleitung obliegt der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen.

Die Entwicklung und Etablierung der Datenbank in Deutschland wurde von 2016 bis 2022 durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) gefördert. Aktuell wird das Kinderformularium durch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), das BMG sowie Spenden finanziell unterstützt.

Das Internetportal Embryotox macht wissenschaftlich aktuelle Informationen zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit frei zugänglich. Ziel ist es, die für jede Arzneimitteltherapie während der Schwangerschaft notwendige Nutzen-Risiko-Abwägung zu unterstützen.

Institutionell verankert ist die Plattform bei dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie des Instituts für Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Charité – Universitätsmedizin.

Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

aha

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung