Ärzteschaft

Steigende Fallzahlen in Arzt- und Psychotherapiepraxen

  • Montag, 12. Dezember 2022
/RFBSIP, stockadobecom
/RFBSIP, stockadobecom

Berlin – Die Fallzahlen im niedergelassenen Bereich weisen deutlich nach oben. Das zeigt eine neue Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Danach sind die Gesamtfallzahlen in der ambulanten Versorgung im ersten Quartal 2022 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 – also vor der Pandemie – um 4,8 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal lag die Steigerung bei 0,3 Prozent.

„Weit überdurchschnittlich“ waren die Steigerungen laut der Zi-Analyse bei den psychotherapeutischen Praxen: Sie lagen bei plus 9,4 im ersten und plus 9,5 Prozent im zweiten Quartal. Besonders stark nachgefragt waren die Gruppentherapien (plus 38,5 Prozent im ersten und plus 48,5 Prozent im zweiten Quartal). Die Nachfrage nach Einzeltherapien stieg im ersten Quartal um 6,2 Prozent und um 5,8 Prozent im zweiten Quartal gegenüber dem Vergleichzeitraum 2019.

Die Hausärztinnen und Hausärzte verzeichneten ein Plus bei den Fallzahlen von 3,7 Prozent im ersten Quartal und 1,9 Prozent im zweiten Quartal 2022 gegenüber den Ausgangswerten von 2019. Bei den Kinder- und Jugendärzten war die Inanspruchnahme im ersten Quartal 2022 fast identisch zur Fallzahl im Vergleichszeitraum 2019.

Im zweiten Jahresviertel, von Anfang April bis Ende Juni 2022, gab es ein Plus von vier Prozent. Auch bei den Fachärzten lag die Fallzahl im ersten Quartal 2022 mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent klar über dem Vergleichszeitraum 2019. Im zweiten Quartal 2022 überstieg diese das Niveau des zweiten Quartals 2019 mit 0,4 Prozent noch leicht.

„Dank der über 183.000 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie deren hoch engagierten Praxisteams läuft die ambulante Versorgung auch nach Abflauen der Pandemie weiter unter Volllast“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Besonders deutlich werde der Einsatz der niedergelassenen Haus- und Fachärzte auch bei den Früherkennungsuntersuchungen: Über das erste Halbjahr 2022 hinweg betrachtet, zeigten die Daten für die Früherkennungskoloskopie ein Plus von 16,5 Prozent für das erste Quartal 2022 und ein Plus von 8,8 Prozent für das zweite Quartal. Zuwächse gab es auch bei den Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern. Lediglich das Mammographie-Screening und das Hautkrebsscreening lagen laut der Auswertung unter den Ausgangswerten von 2019.

„Die deutliche Entwicklung der ambulanten Regelversorgung bestätigt letztlich das hohe Vertrauen der Bevölkerung in die medizinische Versorgung durch die Arztpraxen“, betonte Stillfried.

Für den aktuellen Trendreport hat das Zi Daten von 16 der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen ausgewertet.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung