Dutzende Kinder in Pakistan im Krankenhaus mit HIV infiziert

Islamabad – Nachdem sich offenbar Dutzende Kinder in einem Krankenhaus in Pakistan mit HIV infizierten, hat ein Gericht eine Untersuchung angeordnet. Das Oberste Gericht in der Provinz Sindh, in der auch die Hauptstadt Karatschi liegt, wies die Provinzregierung an, eine Kommission zur „unabhängigen, unparteiischen und umfassenden Untersuchung“ einzusetzen, berichtete das Nachrichtenportal Dawn.
Über die hohen Infektionszahlen war erstmals im vergangenen Jahr berichtet worden. Daraufhin führte die Provinzregierung von Sindh Untersuchungen in dem Krankenhaus durch.
Nach Angaben der Provinzregierung wurde bei mindestens 78 Kindern, die im Kulsum-Bai-Valika-Krankenhaus behandelt worden waren, eine HIV-Infektion festgestellt. Auch in der Nachbarschaft des Krankenhauses habe es weitere Fälle gegeben. Regierungsvertreter hatten den Vorfall bestätigt.
Bisherige Untersuchungen waren nach Einschätzung des Gerichts unzureichend. Nun müssten die Anzahl der betroffenen Personen, die Übertragungswege und -umstände ermittelt werden. Auch brauche es Informationen über die Einhaltung der Infektionsschutzprotokolle sowie über die Entsorgung von Einwegspritzen.
Den Medienberichten zufolge ordnete das Gericht außerdem an, dass Provinzregierung und Krankenhausbetreiber sicherstellen müssen, dass alle betroffenen HIV-positiven Kinder sowie weitere identifizierte Patienten eine „umfassende, unterbrechungsfreie und angemessene medizinische Behandlung“ erhalten. Sämtliche Leistungen wie Medikamente, Untersuchungen, Beratung und Nachsorge müssten für die Betroffenen kostenfrei sein.
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