Ausland

WHO-Chef zu Gesprächen über Ebola-Bekämpfung erneut im Kongo

  • Donnerstag, 6. August 2026
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz in Kinshasa /picture alliance, AP via AP, WHO
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz in Kinshasa /picture alliance, AP via AP, WHO
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Kinshasa – WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat erneut die Demokratische Republik Kongo wegen der sich dort weiter ausbreitenden Ebola-Pandemie besucht. Tedros landete vorgestern in der Hauptstadt Kinshasa, gestern sollte er mit Präsident Felix Tshisekedi zusammentreffen, wie ein Sprecher mitteilte.

Der WHO-Chef war bereits im Mai nach dem Ausbruch des Virus in die Demokratische Republik Kongo gereist. Er besuchte dort die Provinz Ituri, in der fast 90 Prozent aller Fälle gemeldet wurden. Am Wochenende hatte die UN-Gesundheitsorganisation gewarnt, dass sich das Virus in „außergewöhnlichem“ Tempo ausbreite und die Maßnahmen der Gesundheitsdienste verstärkt werden müssen.

„Der Ebola-Ausbruch breitet sich leider immer noch schneller aus als die Maßnahmen ihn eindämmen können", betonte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic in Genf vor Journalisten. Die WHO benötige mehr finanzielle Mittel, „aber auch andere Ressourcen, um alle Bereiche der Maßnahmen auszuweiten: Behandlungskapazitäten, Rechercheteams vor Ort, Teams für sichere Bestattungen und Sozialarbeiter“.

Nach Einschätzung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist die Lage „kritischer denn je“. Die Krankheit verbreite sich in alarmierendem und beispiellosem Tempo, berichtet die Organisation.

Insgesamt sind mehr als 3.600 Infektionen im Labor bestätigt worden. Rund 1.500 der Infizierten überlebten nicht. Problem ist, dass die Behörden immer noch zu wenige Angehörige von Infizierten kennen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. In einem Behandlungszentrum in Bunia waren nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 90 Prozent der Patienten zuvor nicht als Kontaktpersonen erfasst.

Das gilt als Schlüssel des Erfolgs: Wenn mehr als 90 Prozent der Kontakte bekannt sind, sich isolieren und bei ersten Krankheitsanzeichen behandelt werden, kann der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden. Misstrauen gegenüber Behörden und Kämpfe in Rebellengebieten, die hunderttausende in die Flucht schlagen, erschweren diese Arbeit.

Es handelt sich inzwischen um den größten Ebola-Ausbruch, der jemals im Kongo registriert wurde. Die beginnende Regenzeit könnte Transporte und Hilfseinsätze zusätzlich erschweren. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen ist dringend mehr Geld nötig, um medizinische Teams zu fördern, Kontakte zu überwachen und weitere humanitäre Hilfe in dem armen Land zu leisten.

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump stellt unterdessen zusätzliche Millionenhilfe für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Afrika in Aussicht. Weitere 242 Millionen US-Dollar (etwa 209 Millionen Euro) sollen für Sofortmaßnahmen, Vorsorge in der Region und humanitäre Hilfe im Kontext des Virus-Ausbruchs bereitgestellt werden, wie das US-Außenministerium mitteilte. Dazu liefen Gespräche mit dem US-Parlament.

2025 eher für den Rückzug aus internationalen Programmen und gestrichene Hilfsmittel. Sie stellte vieles auf den Prüfstand und zog sich auch aus der WHO zurück. Bei der jetzt geplanten Zusatzhilfe bezieht sich die Regierung auf Zusagen seitens der USA auf dem G7-Gipfel im Juni am Genfersee. Das Außenministerium bezifferte seine angekündigten direkten Hilfszahlungen zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs nun auf insgesamt mehr als 512 Millionen US-Dollar.

Hinzu kämen 350 Millionen US-Dollar für humanitäre Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo, im Südsudan und in Uganda. Das Geld sei Teil der vor längerem angekündigten Zusatzhilfe in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar für das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten und soll mehreren Ländern zugutekommen.

dpa/afp

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