Linnemann: Krankenkassen sollen wieder über Beitragserhöhungen informieren müssen

Berlin – Krankenkassen sollen künftig wieder über Beitragserhöhungen informieren müssen. „Beitragssätze sind entscheidende Informationen für die Versicherten“, sagte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) der Rheinischen Post. „Die Krankenkassen sollten ihre Mitglieder auch in Zukunft individuell informieren müssen, etwa digital per Krankenkassen-App oder schriftlich.“
Diese Informationspflicht war erst in diesem Jahr im Zuge der Krankenkassenreform, die Linnemanns Vorgängerin Nina Warken (CDU) angestoßen hatte, abgeschafft worden. Für die Kassen sollte so Bürokratie abgebaut werden. Verbraucherschützer hatten dies kritisiert, denn bei einer Beitragserhöhung besteht für Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, das auch weiterhin nur bis Ablauf des Monats der Anhebung gilt.
„Wer mehr bezahlen soll, muss darüber direkt von seiner Krankenkasse informiert werden“, sagte die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Ramona Pop, der Rheinischen Post. „Nur dann können Versicherte ihr Sonderkündigungsrecht wahrnehmen und prüfen, ob sich ein Wechsel lohnt.“
„Selbstverständlich ist es gut und richtig, dass die Krankenkassen ihre Versicherten informieren, wenn es zu einer Änderung des Beitragssatzes kommt“, sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt. „Für uns ist zentral, dass wir digitale Wege für die Information nutzen können.“
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