Politik

Optendrenk offen für Debatte über GLP-1-Rezeptor-Agonisten als GKV-Leistung

  • Montag, 3. August 2026
/Starmarpro, stock.adobe.com
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Berlin – Die neue Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Sonja Optendrenk, zeigt sich offen für eine Kostenübernahme von GLP-1-Rezeptor-Agonisten durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

„Wir führen in Deutschland eine rückständige Diskussion über Adipositas“, sagte Sonja Optendrenk dem Spiegel. Andere Länder, etwa Großbritannien, hätten konsequent akzeptiert, dass das eine echte Krankheit sei, die sich nicht nur durch Sport und bessere Ernährung zurückdrehen lasse.

Dass auch Abnehmmittel, die explizit zur Behandlung von Adipositas zugelassen seien, unter den sogenannten Lifestyle-Paragrafen fallen, sei für Betroffene ein Zeichen dafür, dass Anerkennung fehle.

„Es wäre sicher überlegenswert, solche Abnehmmittel als Medikation unter bestimmten Bedingungen als Kassenleistung anzuerkennen“, sagte Optendrenk. Bei Mitteln zur Tabakentwöhnung habe der Gesetzgeber die Regel bereits angepasst. „Diese Debatte halte ich für sinnvoll.“

Als sogenannte Lifestyle-Arzneimittel werden Mittel bezeichnet, bei deren Anwendung eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht, etwa Appetitzügler, Mittel für mehr Haarwuchs oder zur Steigerung der sexuellen Potenz. Sie dürfen nicht als GKV-Leistung verordnet werden.

Derzeit fallen darunter in Deutschland auch GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie etwa die Medikamente Wegovy oder Mounjaro. Die Behandlung mit GLP-1-RA kostet einige Hundert Euro pro Monat. Der GKV-Spitzenverband betonte heute auf Nachfrage, es gebe derzeit eine „klare gesetzliche Regelung“. Änderungen würden im politischen Verantwortungsbereich liegen.

Optendrenk schlug vor, der Gesetzgeber könnte den G-BA beauftragen, „zu klären, welche Patientengruppen diese Arzneimittel bekommen sollten, wie lange, mit welchen Begleitmaßnahmen“. Solange das Gewicht nach dem Absetzen sofort zurückkomme, sei eine Abnehmspritze allein kein Versorgungskonzept, betonte sie. Langzeitstudien fehlten bislang.

Optendrenk ist seit Anfang Juli die erste Frau an der Spitze des obersten Beschlussgremiums des deutschen Gesundheitswesens. Der seit 2004 bestehende Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet unter anderem darüber, welche Leistungen die rund 74 Millionen GKV-Versicherten bezahlt bekommen.

dpa/may

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