Vermischtes

Seelow: Krankenhaus wird zum Gesundheitscampus

  • Freitag, 31. Oktober 2025
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW, Mitte) beim Besuch in Seelow. /Lassiwe
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW, Mitte) beim Besuch in Seelow. /Lassiwe

Seelow – Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW) hat die Umbaupläne für das kommunale Krankenhaus in Seelow (Kreis Märkisch Oderland) als vorbildlich gewürdigt. Das Haus der Grundversorgung in der rund 80 Kilometer östlich von Berlin gelegenen Kreisstadt soll künftig zu einem „Gesundheitscampus“ werden, der ambulante und stationäre Angebote unter einem Dach verzahnt.

Während die Klinik heute über zwei Fachabteilungen mit 90 vollstationären Betten verfügt, von denen 27 zur Chirurgie und 63 zur Inneren Medizin gehören, soll es künftig nur noch eine Station mit 30 stationären Betten geben. Neu eingerichtet werden sollen dagegen eine Kurzzeitpflege und ein ambulantes Operationszentrum.

Zudem sollen auf dem „Gesundheitscampus“ ambulante Angebote, etwa Facharztsprechstunden, eine Physiotherapie, eine Apotheke und ein Sanitätshaus entstehen. „Alles, was sich ambulant versorgen lässt, können wir hier abbilden“, sagte Geschäftsführerin Katja Thielemann. Das in Seelow bislang ansässige Herzkatheterlabor und die kardiologischen Angebote des Krankenhauses werden dagegen in den Berliner Speckgürtel, nach Strausberg, verlagert.

„Es braucht nicht nur mutige Ideen, sondern auch bedarfsgerechte Strukturen“, sagte Müller gestern bei einem Besuch des Krankenhauses. Die Ministerin hob hervor, dass die Strukturveränderungen in Seelow unter Einbeziehung der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung geschehen.

„Alle Akteurinnen und Akteure ziehen an einem Strang und entwickeln den Standort gemeinsam weiter“, sagte Müller. „Einer alleine kann es heute nicht mehr schaffen.“ Durch die Kooperation entstehe ein „wahres Leuchtturmprojekt für Brandenburg.“ Und zwar ein Leuchtturm ohne Nebelhorn: Im Unterschied etwa zum Krankenhaus in Wittstock, das komplett geschlossen werden soll, und zu den Krankenhausstandorten im Landkreis Elbe-Elster, geschah der Umbau des Krankenhauses Seelow bislang völlig geräuschlos.

Landrat Gernot Schmidt (SPD) führt das auf die Einbeziehung aller politischen Parteien in das Projekt zurück. „Wir haben immer alles gemeinsam in den Gremien besprochen“, so Schmidt. Es habe nie eine Standortdebatte um die drei kommunalen Krankenhäuser gegeben: Neben Seelow betreibt der Kreis auch noch Krankenhäuser in Wriezen und Strausberg.

Wichtig für den Kreis sei die Rekommunalisierung des Rettungsdienstes, um in Seelow auch weiterhin einen Notarztstandort vorhalten zu können. „Mit dem MVZ-System sind wir zudem in der Lage, Facharztsprechstunden im ländlichen Raum anzubieten“, sagte Schmidt. So werde in Seelow künftig regelmäßig eine Gynäkologin aus dem Krankenhaus in Strausberg praktizieren.

benl

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