Rückruf von Babynahrung: EU-Behörde schaltet sich ein

Brüssel – Nach Rückrufen von Babynahrung im Zusammenhang mit dem Giftstoff Cereulid hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eingeschaltet. Die EU-Kommission hatte die Behörde um eine Einschätzung gebeten, wie gefährlich Cereulid für Säuglinge ist. Gestern schlug die Efsa einen Richtwert vor.
Eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung „könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen“, erklärte die Behörde. Die Wissenschaftler schlugen für Säuglinge eine zulässige Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht vor.
Diese Empfehlung solle „Risikomanagern in der EU dabei helfen, zu entscheiden, wann Produkte als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit vom Markt genommen werden sollten“, erklärte Efsa weiter.
Cereulid ist ein Giftstoff bakteriellen Ursprungs, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Der Schweizer Konzern Nestlé sowie Danone und Lactalis aus Frankreich riefen in den vergangenen Wochen Babymilchprodukte in mehr als 60 Ländern zurück – teils weil sie Cereulid enthielten, teils als Vorsichtsmaßnahme.
Das französische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium hatte bereits am vergangenen Freitag die dortigen Grenzwerte für Cereulid halbiert. Demnach sind nicht mehr wie bisher 0,03 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht zulässig, sondern höchstens 0,014 Mikrogramm. Dies deckt sich mit dem neuen europäischen Richtwert.
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