Babymilchskandal: Zwei französische Hersteller nehmen Produkte vom Markt

Paris – Nach der Festlegung neuer Grenzwerte für Schadstoffe in Babymilch in Frankreich haben zwei weitere Hersteller Produkte vom Markt genommen. Die Marke Popote zog zwei Produktchargen zurück, der Hersteller Vitagermine drei. Vitagermine betonte, dass die Babymilch den bislang geltenden Vorschriften entsprochen habe.
Das französische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium hatte am vergangenen Freitag die Grenzwerte für die giftige Substanz Cereulid halbiert. Demnach sind nicht mehr wie bisher 0,03 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht zulässig, sondern höchstens 0,014 Mikrogramm.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) will heute ihre Empfehlungen für einen Grenzwert für Cereulid in Produkten für Kinder veröffentlichen. Dazu hatte die Europäische Kommission sie aufgefordert.
Nach Angaben des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können bestimmte Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe Sporen bilden, die bei niedrigem Gehalt unproblematisch sind und in vielen Lebensmitteln vorkommen. Keimen die Sporen jedoch aus, können sie Cereulid bilden – einen Giftstoff, der Übelkeit und Erbrechen auslösen kann. Cereulid wurde zuletzt wiederholt in Säuglingsnahrung gefunden.
Der Schweizer Konzern Nestlé sowie Danone und Lactalis aus Frankreich riefen in den vergangenen Wochen Babymilchprodukte in dutzenden Ländern zurück – teils weil sie Cereulid enthielten, teils als Vorsichtsmaßnahme. Auch Danone gab wegen möglicher Verunreinigung mit Cereulid in drei Chargen der Marke Aptamil in Deutschland eine Warnung aus.
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