S3-Leitlinie zum Management kardiovaskulärer Risiken bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erschienen

Kiel – Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) hat eine S3-Leitlinie zur besseren Erfassung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Risiken bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen vorgestellt. Sie ist am 19. Juni im Leitlinienportal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften erschienen.
„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind wichtige Begleit- und Folgeerkrankungen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Das Risiko wird im klinischen Alltag jedoch nicht immer systematisch genug erfasst“, erläuterte der Leitlinienkoordinator Jan Leipe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.
Die neue S3-Leitlinie soll Ärztinnen und Ärzten eine praxisnahe, evidenzbasierte Grundlage an die Hand geben, um kardiovaskuläre Risiken frühzeitig zu erkennen, Risikofaktoren konsequent zu behandeln und vermeidbare Ereignisse möglichst zu verhindern, so Leipe. Die Leitlinie richtet sich an alle Fachdisziplinen, die am Management von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen beteiligt sind.
Im Mittelpunkt stehen die strukturierte Erfassung des kardiovaskulären Gesamtrisikos, die Kontrolle klassischer Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Rauchen und Übergewicht sowie die optimale Kontrolle der entzündlich-rheumatischen Grunderkrankung. Auch die Auswahl antirheumatischer Therapien unter Berücksichtigung möglicher kardiovaskulärer Effekte wird thematisiert.
„Die Leitlinie ist bewusst interdisziplinär angelegt, weil kardiovaskuläre Prävention bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nur gemeinsam gelingen kann“, betonte Leipe. Rheumatologie, Kardiologie, Angiologie, Diabetologie, Lipidologie, Hypertonie-Expertise, Innere Medizin und Patientenperspektive müssten zusammen gedacht werden.
An der Leitlinienerstellung haben sich mehrere Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt, neben der DGRh als federführender Fachgesellschaft auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung, die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Deutsche Hochdruckliga – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention, die Deutsche Gesellschaft für Lipidologie sowie die Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband als Patientenorganisation.
Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen
Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.
Jetzt bei Google bevorzugenDiskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: