Ärzteschaft

S3-Leitlinie zur Behandlung schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien vorgelegt

  • Montag, 23. Februar 2026
/Ronny, stock.dobe.com
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Berlin/Bochum – Eine S3-Leitlinie zur Behandlung schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien hat ein Leitlinienteam um Sören Gatermann und Mathias Pletz von der Ruhr-Universität Bochum vorgestellt.

Sie soll bei der Therapie solcher Infektionen unterstützen, unwirksame Therapien verhindern und die Therapiesicherheit steigern. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat die Leitlinienentwicklung gefördert.

Eine Infektion mit multiresistenten Erregern (MRE), bei denen mehrere Antibiotika wirkungslos sind, erschwert die Behandlung. Reserveantibiotika können die letzte Therapieoption bei einer Infektion mit MRE sein und müssen besonders verantwortungsvoll eingesetzt werden, um die Entwicklung neuer Resistenzen zu vermeiden. Die Leitlinie soll helfen, geeignete Reserveantibiotika auszuwählen.

Dazu stehen die erregerspezifischen Kapitel im Mittelpunkt der Leitlinie. Diese enthalten detaillierte Darstellungen der jeweils relevanten Resistenzmechanismen sowie Empfehlungen zum Einsatz der in Deutschland verfügbaren Reserveantibiotika. Die Empfehlungen differenzieren nach Resistenztyp und Infektionslokalisation, um eine indikationsgerechte und zielgerichtete Anwendung zu unterstützen. Das Leitlinienteam betont, dass eine sorgfältige mikrobiologische Diagnostik zentral für die Behandlungsentscheidungen ist.

Hierzu empfehlen die Autoren den Einsatz von mindestens zwei unabhängigen Verfahren zur Erregeridentifikation und Resistenzbestimmung. Bei schweren Infektionen durch gramnegative Bakterien sollte zudem eine differenzierte Resistenzmechanismusanalyse erfolgen, insbesondere zum Nachweis oder Ausschluss von Metallo-Beta-Laktamasen.

An der Erstellung der Leitlinie haben 14 Fachgesellschaften und Organisationen mitgewirkt, unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI), die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und die Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und Krankenhaushygiene (DGKH).  

hil

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