Ärzteschaft

S3-Leitlinie zur invasiven Beatmung aktualisiert

  • Freitag, 22. August 2025
/Kiryl Lis, stock.adobe.com

Nürnberg – Die S3-Leitlinie „Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz“ ist in einer umfassend aktualisierten Auflage erschienen. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat die Arbeit geleitet.

Zahlreiche weitere Fachgesellschaften und Organisationen haben sich eingebracht. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer leitliniengerechten, qualitätsgesicherten und patientenzentrierten Medizin“, erklärte der Koordinator der Arbeit, Michael Sander.

Mehrere Arbeitsgruppen haben für die Neuausgabe Fragestellungen bearbeitet, unter anderem zu Beatmungsverfahren, Monitoringsystemen, Weaning, Sedierung, Delir-Management und zu invasiven Technologien wie der Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) und deren Strukturanforderungen. 

Insgesamt umfasste die Leitliniengruppe fast 100 Mitwirkende aus Anästhesiologie, Pneumologie und weiteren Disziplinen sowie Fachkräfte aus Pflege und Patientenorganisationen.

Die Vorgängerversion der Leitlinie war bereits 2017 erschienen. Aufgrund neuer Studiendaten und -bewertungen hat die Leitliniegruppe 28 der ursprünglich 119 Empfehlungen geändert, 36 Empfehlungen gestrichen oder ersetzt, 46 Empfehlungen übernommen und 22 neue Empfehlungen aufgenommen. 26 der 97 Empfehlungen basieren auf einem Expertkonsens (ca. 27 Prozent).

„Die aktualisierte Leitlinie liefert eine verlässliche Grundlage für eine standardisierte, qualitativ hochwertige und patientenzentrierte Versorgung auf Intensivstationen“, hieß es aus der DGAI.

Der inhaltliche Teil der Leitlinie beginnt mit einem Abschnitt über die akute respiratorische Insuffizienz. „Eine einheitliche, international etablierte Definition für die akute respiratorische Insuffizienz existiert jedoch nicht. Allgemein klagen wache Patientinnen und Patienten über Luftnot als führendes Symptom“, heißt es dort.

Zur näheren Charakterisierung der respiratorischen Insuffizienz bilde die Blutgasanalyse zur Messung des Sauerstoff- und Kohlendioxidpartialdrucks im Blut die Grundlage. „Auch für die Grenzwerte, ab denen eine Hypoxämie beziehungsweise Hyperkapnie vorliegt, gibt es keine einheitlichen, international anerkannten Festlegungen“, schreibt das Autorenteam.

hil

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