S3-Leitlinie zur supportiven Therapie bei Krebserkrankungen aktualisiert

Berlin – Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist eine neue Ausgabe der S3-Leitlinie zur supportiven Therapie bei onkologischen Patienten erschienen.
Sie enthält unter anderem Behandlungsempfehlungen zum Nebenwirkungsmanagement von Immuncheckpoint-Inhibitoren, zur Kardio- und zentralen Neurotoxizität von Krebsbehandlungen sowie zu Nebenwirkungen bei Bestrahlung des Urogenitaltraktes.
Die supportive Therapie ist ein zentraler Baustein in der Krebsbehandlung: Sie trägt dazu bei, Therapienebenwirkungen zu reduzieren, zum Beispiel Hautausschläge, kardiologische Komplikationen und Magen-Darm-Probleme.
Ein Abschnitt der Neuausgabe widmet sich dem Nebenwirkungsmanagement von Immuncheckpoint-Inhibitoren. Das Management dieser Nebenwirkungen ist laut dem Autorenteam der Leitlinie komplex.
„Um das Risiko schwerwiegender Komplikationen zu minimieren, ist es entscheidend, patientenindividuelle und therapiebezogene Risiken zu kennen, zu bewerten und eine risikoadaptierte Therapie dieser Nebenwirkungen mit entsprechendem Monitoring zu etablieren“, erläuterte Karin Jordan vom Klinikum Ernst von Bergmann. Gemeinsam mit Franziska Jahn vom Universitätsklinikum Halle/Saale hat sie die S3-Leitlinie Supportive Therapie koordiniert.
Tumortherapien können zudem das kardiovaskuläre System langfristig schädigen und so den Therapieverlauf und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten auch nach Ende der Krebstherapie beeinflussen.
„Das Risiko zur Kardiotoxizität hängt sowohl von den Arzneimitteln als auch von den Vorerkrankungen der Betroffenen ab. Es ist wichtig, vulnerable Patienten frühzeitig zu identifizieren und Behandlungsstrategien zu entwickeln“, so Jahn.
Die Leitlinie gibt zudem Hinweise zur kardiologischen Nachsorge nach Behandlungsabschluss. Auch Hautreaktionen können eine Nebenwirkung im Rahmen der Krebstherapie sein. Krebsbetroffene empfinden diese oftmals als stigmatisierend und berichten von einer deutlichen Beeinträchtigung.
Während in der ersten Fassung der Leitlinie medikamententypische Nebenwirkungen an der Haut, wie ein Akne ähnlicher Hautausschlag und das Hand-Fuss-Syndrom, dargestellt wurden, geht das Leitlinienupdate nun auch auf Arzneimittelexantheme ein.
Die Autorengruppe hat zudem einen Abschnitt zum Thema „Zentrale Neurotoxizität“ in die Leitlinie aufgenommen.
„Auch wenn die Datenlage zur Zentralen Neurotoxizität noch begrenzt ist und es oftmals keine wirksame medikamentöse Prophylaxe gibt, ist es wichtig diese Nebenwirkungen zu erkennen und richtig einzuschätzen, um die Patientenversorgung bestmöglich zu gewährleisten“, so Jahn.
Die Leitliniengruppe hat darüber hinaus evidenzbasierte Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie von therapiebedingter Inkontinenz und sexuellen Beeinträchtigungen aufgenommen.
Die Federführung für die Leitlinienarbeit lag bei der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) sowie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO).
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