Sachsen-Anhalt: Organisationen warnen vor Fachkräftemangel nach AfD-Sieg

Magdeburg – Nach dem Sieg der AfD bei der Landtagswahl haben mehrere Organisationen vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels in Sachsen-Anhalt gewarnt. „Die Zahl der Diskriminierungen und Alltagsrassismus explodiert hier in Sachsen-Anhalt“, sagte die Geschäftsführerin des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen, Undra Dreßler, in Magdeburg.
Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Christoph Stolte, verwies auf die gestiegenen Sorgen von Geschäftsführern, weil sich Arbeitnehmer vermehrt Zwischenzeugnisse ausstellen ließen. Daraus könne man ableiten, dass die Menschen mit dem Gedanken spielten, in andere Teile Deutschlands zu gehen, sagte Stolte.
Die Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Barbara Höckmann berichtete, dass in Pflegeeinrichtungen bis zu 25 Prozent der Mitarbeiter einen Migrationshintergrund hätten, bei den Auszubildenden seien es etwa 40 Prozent. Wenn sich Menschen hier nicht mehr respektiert fühlten, lasse sich die soziale Struktur nicht mehr aufrechterhalten, sagte Höckmann. „Und dann haben wir ganz schnell einen Kollaps in der Pflege.“
Die stellvertretende Geschäftsführerin des verdi-Bezirks Sachsen-Anhalt-Nord, Annett Flachshaar, warnte vor Folgeeffekten für deutsche Arbeitskräfte, wenn migrantische Arbeitnehmer das Land verlassen sollten. „Sie werden unter viel mehr Leistungsdruck stehen.“ Als Beispiele nannte sie etwa Speditionen, die Gesundheits- und die Tourismusbranche.
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