Sachsen will von Südkoreas Gesundheitswesen lernen

Dresden/Seoul – Sachsen will von Südkorea lernen, wie sich eine alternde Bevölkerung und der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen mit Digitalisierung und moderner Technik bewältigen lassen. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) ist dafür bis Freitag mit Vertretern aus Gesundheitswesen, Pflege und Politik in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.
„Unser Ziel ist es, Einblicke in das südkoreanische Gesundheitswesen zu gewinnen und Ansätze zu identifizieren, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Freistaat Sachsen übertragen lassen“, sagte Köpping. In den kommenden Jahren werde der Anteil der über 65-Jährigen in Sachsen weiter steigen. Gleichzeitig bleibe der Fachkräftemangel eine Herausforderung.
Südkorea steht vor ähnlichen Problemen und setzt unter anderem auf einen hohen Digitalisierungsgrad und moderne Technik im Gesundheitswesen. Die Delegation will sich deshalb anschauen, welche Lösungen auch für Sachsen interessant sein könnten.
Roboter sollen Personal entlasten
Auf dem Programm stehen Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie der Fachmesse „K-Hospital + Healthtech Fair“. Dort geht es unter anderem um digitale Krankenhäuser, Robotik, medizinische Informatik und Cybersicherheit.
Wie solche Technik bereits eingesetzt wird, soll die Delegation etwa im Hallym University Sacred Heart Hospital sehen. Dort sind nach Angaben des Ministeriums 77 Serviceroboter im Einsatz, die Aufgaben in der Logistik, bei Desinfektionsarbeiten und in der Pflege übernehmen. Seit 2019 nutzt das Krankenhaus zudem ein digitales Kontrollzentrum zur Überwachung von Patienten.
Auch das Samsung Medical Center steht auf dem Programm. Es gilt als Vorreiter bei sogenannten Smart Hospitals. Papierlose Abläufe, automatisierte Logistik und die Unterstützung durch Roboter sollen dort das Fachpersonal entlasten.
„Für eine moderne, effiziente und zukunftssichere Gesundheitsversorgung im Freistaat ist die Digitalisierung eine zentrale Voraussetzung“, sagte Köpping. Neben den Besuchen in Gesundheitseinrichtungen sind Gespräche mit Verbänden und Institutionen sowie Termine bei Unternehmen geplant. Köpping will dabei auch Kontakte für künftige Projekte und Geschäftsbeziehungen knüpfen.
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